Alle News aus Peru und Deutschland


Was passiert gerade im Projekt in Peru ? Was planen wir als nächstes im Verein in Deutschland? All das und mehr erfahrt ihr in unserem Newsletter!

Alle vergangenen Newsletter findet ihr hier:

Newsletter September 2025

Vorbereitungswochenende für unsere neuen Freiwilligen

Ende Mai haben wir unsere neuen Freiwilligen, Adele, Florian und Johann, auf ihren Einsatz im Centenario in Chimbote vorbereitet – dieses Mal mit einem deutlich erweiterten Konzept. Gemeinsam mit unserem aktiven Vereinsmitglied Martin Lau, der schon bei der Organisation des Benefizkonzerts eine wichtige Rolle gespielt hat, und dem DaCapo-Vorstand haben wir drei intensive Tage rund um Musikpädagogik und interkulturellen Austausch gestaltet.

Besonders bereichernd war die Teilnahme der peruanischen und venezolanischen Freiwilligen aus dem Projekt Arpegio Hildesheim, die aus erster Hand von ihren Erfahrungen in einem neuen Land berichteten. So entstand ein lebendiger Austausch über Erwartungen, Hoffnungen und auch Befürchtungen. Darüber hinaus wurde die Rolle eines Freiwilligendienstes in den postkolonialen und entwicklungspolitischen Kontext eingeordnet. Die Freiwilligen des vergangenen Jahres stellten außerdem den aktuellen Stand des Projekts in Chimbote vor – ein wertvoller Einblick für die nächste Generation.

Zwischen den Gesprächsrunden standen immer wieder musikpädagogische Übungen auf dem Programm, die praktische Ideen für den Unterricht mit Kindern, Anfängerschüler:innen und auch im Gruppenunterricht lieferten. Abgerundet wurde das Wochenende mit einem kulinarischen Highlight: dem peruanischen Essen, Arroz a la Cubana, das uns allen ein Stück Vorfreude auf Peru beschert hat.

Update: Auch in Peru sind Adele und Florian gut angekommen und wurden herzlich ins Team der Lehrer:innen vor Ort aufgenommen.

Der Container füllt sich

Mit unserer Container-Aktion möchten wir 2026 eine große Lieferung an Instrumenten und Zubehör nach Chimbote schicken, um die Orchester vor Ort mit spielfertigen und genügend Instrumenten ausrüsten zu können – bisher teilen sich zahlreiche Kinder ein Instrument und wechseln sich ab.

In den letzten Monaten haben wir bereits zahlreiche Instrumenten- und Zubehörspenden erhalten und kommen unserem Ziel damit ein großes Stück näher: Zwei Klaviere, drei Kontrabässe, viele Geigen, Instrumentenkästen sowie Holz- und Blechblasinstrumente wurden gespendet und eine erste Ladung ist im Rahmen einer großen Transportaktion von Berlin über Dresden, Göttingen und Hildesheim bereits in unserem Lagerraum in Velbert angekommen. Vielen Dank an dieser Stelle an alle, die uns tatkräftig dabei unterstützt haben!

Aber es soll natürlich noch weitergehen: 

Im Zusammenhang mit unserem Projekt planen wir im Frühjahr ein Reparaturwochenende, damit alle Instrumente in möglichst gutem Zustand die Reise nach Peru antreten können. Ein Geigenbauer aus der Nähe wird uns dankens-werterweise unterstützen und uns bei diesem Instrumentenbau-Workshop mit seiner Expertise und seinem Werkstattmaterial aushelfen. Darüber hinaus suchen wir weitere engagierte Geigenbauer:innen und Azubis, die beim Geigenbau-Wochenende in Velbert ihre fachmännische Unterstützung anbieten und auch ihr könnt teilnehmen! Alle, die keine Instrumentenbau-Profis sind, können einfache Aufgaben übernehmen, den Expert*innen zuarbeiten oder für die ganze Gruppe kochen! Weitere Infos folgen.

Nach wie vor sind wir auf eure Unterstützung angewiesen, um noch mehr Menschen, Orchester und Musikschulen zu erreichen: Ihr könnt Plakate aufhängen oder den Spendenaufruf digital teilen. Hier findet ihr unser Plakat.

Spende des Männerensembles der Dommusik Münster

Das Männerensemble der Dommusik Münster trat im Juli beim Pueri Cantores Festival in München auf und sammelte Spenden für DaCapo. Gerade in dieser Phase, die voller Instrumententransporte und -reparaturen ist, ist jede Spende viel wert und eine große Unterstützung. Danke für euren Einsatz! 

Vielleicht sucht ihr noch einen guten Zweck für die Spendenkörbe nach dem Weihnachtskonzert? Oder ihr habt Lust, einen Nachmittag mit einem kleinen Ensemble Straßenmusik für DaCapo zu machen?

Jede Aktion ist willkommen!

Rückblick zum dritten DaCapo-Benefizkonzert

Was für ein unvergesslicher Nachmittag! Am 6. Juli 2025 fand in der Aula der Universität zu Köln unser drittes DaCapo-Benefizkonzert statt – und es war ein voller Erfolg.

Das Programm spannte einen Bogen von europäischen Klassikern wie Saint-Saëns, Bizet und Rimski-Korsakov bis hin zu orchestrierten Werken des peruanischen Komponisten Luis Henrique Vargas Guevara. Besondere Höhepunkte: die Uraufführung von Exordium DaCapo (Jannis Heinemann) und das Korngold-Violinkonzert, brillant gespielt von Diego Vilela. Mit der Zugabe – Pérez Prados Mambo No. 5 – war die Aula schließlich ganz erfüllt vom lateinamerikanischen Lebensgefühl.

Ein riesiges Dankeschön an alle Musiker:innen, Helfer:innen, unsere wunderbare Community und unserem großartigen Publikum. Ihr habt das Konzert zu etwas Besonderem gemacht und gezeigt, wie stark Musik verbinden kann. Besonderer Dank gilt der Universität zu Köln und dem Collegium musicum, dem Arbeitskreis Spanien, Portugal, Lateinamerika (ASPLA), der gvl, dem internationalen Studentinnen-wohnheim Helfta-Kolleg e.V., dem Instrumentenverleih der Hochschule Wuppertal, dem Geigenbau Kress, unserem Fotografen Bahram Shabani – und natürlich allen, die beim Instrumententransport geholfen, Unterkünfte bereitgestellt oder das Orga-Team unterstützt haben.

Ohne euch wäre das alles nicht möglich gewesen!

Neuigkeiten im Vorstand

Im April fand unsere letzte Mitgliederversammlung statt und damit gehen einige Veränderungen im Dacapo Vorstand einher: Nach fünf Jahren verabschieden wir uns von Johanna Maul (Kassenamt) und Inka Jans (Freiwilligenbetreuung) und bedanken uns bei den beiden für ihren unermüdlichen Einsatz und die viele Zeit, die sie in die Vorstandsarbeit gesteckt haben. Inka und Johanna sind Gründungsmitglieder des Vereins und haben von Anfang an die Entwicklung des Projektes begleitet, gefördert und geprägt. Danke euch für Alles!

Seit April übernimmt nun Marc das Kassenamt, Amelie die Freiwilligenbetreuung und wir begrüßen Helena Morio als zweite Vorsitzende sowie Laura Steinmann für Social-Media im Vorstand! Toll, dass ihr dabei seid! 

OSIJCH-Konzert mit DaCapo-Alumnus Dayner Tafur-Díaz in Lima

Am 10. August reiste das Orquesta Sinfónica Infantil Juvenil de Chimbote (OSIJCH) für zwei Tage nach Lima, um im Theater in Miraflores ein ganz besonderes Konzert zu geben. Auf dem Programm standen echte Klassiker wie die 5. Sinfonie von Beethoven, Sibelius´ Finlandia und Tschaikowskis Slawischer Marsch. Nach einer langen und intensiven Probenphase unter der Leitung von Raúl Sosa Franchi brachte Dayner in zwei intensiven Probentagen die Stücke zur Perfektion. 

Der Einsatz der jungen Musiker:innen war beeindruckend: Für viele war es die erste Reise mit dem Orchester – und die Begeisterung, der Eifer und die Disziplin waren riesig. Neue Freundschaften entstanden, die Gruppenstimmung wuchs, und das Ziel von DaCapo – Verbindungen zu schaffen und gemeinsam zu wachsen – wurde spürbar erfüllt. Auch Dayner war vollständig involviert und konnte das Orchester auf diesem Weg begleiten.

Das Theater in Lima war schließlich bis auf den letzten Platz gefüllt und die Stimmung im Publikum wie im Orchester großartig. Mit der Unterstützung von Aushilfen aus Lima, Trujillo und sogar Deutschland wurde ein fantastisches musikalisches Erlebnis geschaffen. Trotz aller organisatorischer Herausforderungen hat sich der Aufwand mehr als gelohnt. Die Konzertreise war ein voller Erfolg und wird als Meilenstein für das OSIJCH noch lange in Erinnerung bleiben.

Jahresrückblick der Freiwilligen 24/25

Ein Jahr voller Musik, Begegnungen und Erfahrungen geht zu Ende und unsere Freiwilligen blicken auf eine intensive Zeit in Chimbote zurück.

Jakob (19, Cello) erzählt, wie prägend dieses Jahr für ihn war: Neben seinem Hauptinstrument hat er außerdem Kontrabass, ein wenig Horn und Musiktheorie unterrichtet, beim Chor unterstützt und zahlreiche Kammermusikprojekte organisiert. Sein persönliches Highlight waren die vielen spontanen Momente des gemeinsamen Musizierens mit Freund:innen. Natürlich gab es auch Herausforderungen – etwa die Kommunikation zwischen Schüler:innen, Lehrer:innen, Aushilfen und allen, die bei DaCapo mithelfen, teilweise über Länder-grenzen hinweg. Aber genau das machte das Jahr so intensiv. Die enge Verbindung mit den anderen Freiwilligen, gemeinsame Reisen nach Machu Picchu, Iquitos oder Huaraz und das Eintauchen in die peruanische Kultur – vom täglichen Reis bis hin zu achtstündigen Busfahrten, um Freunde zu besuchen – haben die Zeit unvergesslich gemacht.

Jakob’s Fazit: “Ich würde den Freiwilligendienst bei DaCapo jederzeit wieder machen. Ich bin stolz, ein besserer Lehrer geworden zu sein, Menschen motiviert und aus ihrer Komfortzone geholt zu haben und die Begeisterung für Musik teilen zu dürfen.”

Wir sagen Danke an unsere Freiwilligen Antonia, Merle, Felix, Martha, Viva, Laura und Jakob – ihr habt dieses Jahr einmalig gemacht und so viel bewegt!

Newsletter März 2025

Safe the Date: Das nächste Benefizkonzert steht an!

Am 6. Juli 2025 spielen wir um 14 Uhr in der Aula der Uni Köln das nächste DaCapo-Benefizkonzert!

Nachdem die letzten beiden Konzerte volle Erfolge geworden sind, freuen wir uns, euch herzlich dazu einzuladen. Dirigieren wird wieder Dayner Tafur-Díaz, Assistent des Chefdirigenten Kirill Petrenko bei den Berliner Philharmonikern und Alumnus unseres Projektes. Gespielt werden Werke von Saint-Saëns, Korngold, natürlich viel lateinamerikanische Musik und es wird sogar eine Uraufführung geben!

Kommt zahlreich! 

Instrumente auf großer Reise

Wir planen, einen ganzen Container mit Spendeninstrumenten zu verschiffen!

Dafür sind schon viele Instrumente zusammengekommen, aber so ein Container ist groß. Wir suchen nach wie vor sämtliche Instrumente und Zubehör. Wenn ihr ein Plakat in eurer Musikschule, Hochschule, Theater (überall wo Musiker*innen ein und ausgehen) aufhängen wollt, könnt ihr das hier herunterladen und ausdrucken.

Oder ihr meldet euch bei uns und wir schicken es euch per Post in Din A3 zu. Ganz besonders suchen wir – das hört ihr nicht zum ersten Mal – nach Orchesterpauken. Wenn jemand von euch dafür Connections hat, meldet euch unbedingt bei uns!

Kontakt: dacapo-peru@web.de

Alle Spenden sind steuerlichabsetzbar und wir stellen euch gerne eine Spendenquittung aus.

DaCapo-Treffen in Hildesheim

Die gemeinsamen Treffen mit dem DaCapo-Vorstand und einigen aktiven Vereinsmitgliedern sind zu einer schönen Tradition geworden. Diesen März haben wir uns mit einer kleinen Gruppe in Hildesheim getroffen, wo passenderweise auch einige unserer peruanischen Freund*innen zum Freiwilligendienst angekommen sind. Es war ein emotionales Wiedersehen und das ganze Wochenende über saßen die Vorstands- und Vereinsengagierten zusammen, um Projekte, wie das nächste Benefizkonzert zu planen und eine Containeraktion (siehe oben) zu organisieren.

Mit engagierten Helfenden in Peru wurde gezoomt und das Konzept des Freiwilligendienstes ergänzt. Dazwischen war natürlich Zeit für Gemeinschaft und Spaß und wir bedanken uns riesig bei der Grundschule am alten Markt, dass wir die Räumlichkeiten der Schule nutzen konnten und bei Familie Littmann und Familie Steinmann, wo erneut viele Leute übernachten durften! 

Generation neuer Freiwilliger

In den letzten Monaten hat sich im Projekt in Chimbote viel bewegt. Neue Freiwillige sind nach und nach eingetroffen, haben sich eingelebt und das musikalische Leben vor Ort mit neuen Ideen und frischem Engagement bereichert. Jeder bringt seine eigene Geschichte, sein Instrument und seine ganz besondere Art, sich einzubringen, mit.

Gemeinsam gestalten sie den Alltag im Centenario – sei es im Orchester, im Unterricht oder bei neuen kreativen Projekten. Die erste des aktuellen Jahrgangs war Laura, die bereits Mitte Juli nach Chimbote kam. In den folgenden Monaten wuchs das Team weiter: Antonia und Jakob folgten mit Geige und Cello, voller Begeisterung für das gemeinsame Musizieren. Auch Merle und Felix bereichern das Projekt mit ihren Instrumenten – Flöte und Bratsche.

Merle und Laura starteten im Dezember gemeinsam einen neuen Deutschkurs für die Kinder und Erwachsenen aus Chimbote. Spielerisch brachten sie ihnen die ersten Wörter und Sätze der deutschen Sprache bei. Gleichzeitig unterstützten sie auch die Bläser im Projekt intensiv, wodurch vor allem die Gruppe der Querflöten immer weiterwuchs.

Der aktuelle Jahrgang belebte zudem das Kammerorchester neu, in welchem alle mitspielen können, die Lust auf Musik in kleiner Besetzung haben. Die Proben leitet derzeit Jakob. Nach Weihnachten reiste Laura ab, doch schon wenig später brachte das neue Jahr frischen Schwung: Im Januar kam Viva, die neue Geigen-Freiwillige, nach Chimbote und wurde schnell Teil des Teams. Sie machte sich direkt an die Arbeit und gründete einen kleinen Chor, in dem Kinder aller Altersgruppen Kanons und einfache Lieder in verschiedenen Sprachen singen.

Rückblick: Weihnachtskonzert

Im Dezember des letzten Jahres hatten wir die besondere Ehre Dayner Tafur-Díaz bei uns im Centenario zu begrüßen. Früher selbst Mitspieler im OSIJCH stand er nun vor dem Orchester und dirigiert – wie auch unsere Benefizkonzerte hier in Deutschland. An zwei intensiven Wochenenden probte er mit dem Jugendorchester und bereitete es auf ein herausragendes Konzert vor. Gemeinsam arbeiteten wir an der Nussknacker-Suite, welches für uns alle eine große Herausforderung war.

Die Proben mit Dayner waren für alle Beteiligten eine große Inspiration: Mit beeindruckendem Fingerspitzengefühl und außergewöhnlicher Musikalität gelang es ihm, das Beste aus den jungen Musiker und Musikerinnen herauszuholen und sie auf ein neues musikalisches Niveau zu heben. Das Abschlusskonzert war ein voller Erfolg und schweißte das Orchester noch einmal richtig zusammen.

Gemeinschaft leben

In den vergangenen Monaten wurden die Tage der Integration mit neuen, gemeinschaftlichen Aktionen belebt. Dank des Engagements unserer Freiwilligen konnten schöne Erlebnisse geschaffen werden, die Groß und Klein zusammenbrachten und den Austausch förderten.

Engagiert und motiviert – Das Miteinander der Freiwilligen 

Um den Austausch zu fördern und den Teamgeist zu stärken, verbringen die Freiwilligen ab und zu gemeinsame Nachmittage miteinander oder mit den älteren Jugendlichen. Diese kleinen Auszeiten bieten eine willkommene Gelegenheit, sich besser kennenzulernen und neue Energie zu tanken. 

Ob eine entspannende Yoga-Stunde im Centenario, das gemeinsame Backen von Crêpes in den Gastfamilien oder ein fröhliches Kartenspiel in der Sonne – solche Momente schaffen wertvolle Gemeinschaftserlebnisse, die den Zusammenhalt stärken und die Freude an der gemeinsamen Arbeit noch weiter wachsen lassen.In den vergangenen Monaten wurden die Tage der Integration mit neuen, gemeinschaftlichen Aktionen belebt. Dank des Engagements unserer Freiwilligen konnten schöne Erlebnisse geschaffen werden, die Groß und Klein zusammenbrachten und den Austausch förderten.  

Den Auftakt bildete eine große Pizza-Backaktion, bei der Kinder und Jugendliche mit viel Begeisterung und Teamgeist ans Werk gingen. Nach dem ausgiebigen Schnippeln von frischen Zutaten, dem Kochen der Tomatensoße und der Vorbereitung des Pizzateigs durfte jedes Kind seine eigene Pizza individuell belegen. Gemeinsam in der Sonne genossen alle schließlich ihre köstlichen Kreationen – ein schöner Nachmittag, bei dem das Miteinander im Mittelpunkt stand. 

Den Auftakt bildete eine große Pizza-Backaktion, bei der Kinder und Jugendliche mit viel Begeisterung und Teamgeist ans Werk gingen. Nach dem ausgiebigen Schnippeln von frischen Zutaten, dem Kochen der Tomatensoße und der Vorbereitung des Pizzateigs durfte jedes Kind seine eigene Pizza individuell belegen. Gemeinsam in der Sonne genossen alle schließlich ihre köstlichen Kreationen – ein schöner Nachmittag, bei dem das Miteinander im Mittelpunkt stand. 

Ein weiteres besonderes Highlight der Integrationstage ist die monatliche Geburtstagsfeier, bei der die Geburtstagskinder beider Orchester geehrt werden. Mit viel Liebe und Hingabe bereitet Neiledt, die Frau des Dirigenten und liebevoll als „Orchestermama“ bekannt, kunstvolle Torten und köstliche Muffins zu.

Dabei achtet sie darauf, dass die Instrumente der Geburtstagskinder in die Dekoration einfließen, wodurch jede Feier eine ganz persönliche Note erhält. Dank ihrer stundenlangen Arbeit und Kreativität wird dieser Moment für alle zu einem unvergesslichen Erlebnis. 

Konzertreise nach Huaraz

Am 12. Februar hat sich das ganze große Orchester seit langem mal wieder auf eine Orchesterfahrt begeben. Die Reise ging in die 6 Stunden entfernte Anden-Stadt Huaraz auf eine Höhe von 3000 Metern. Dort wurde dann kurz mit dem Orchester Kanapun aus Huaraz des gemeinsamen Teils des Konzerts geprobt. Dirigiert haben Raúl Sosa, Jesús Flores Rios und Diego Gonzales.

Musikalisch zu hören waren Ausschnitte aus typisch Lateinamerikanischem Programm und klassischem Programm, darunter auch „Conga del Fuego Nuevo “ von Arturo Marquez, „Radetzky-Marsch“ von Johann Strauß, „Egmont Ouvertüre“ von Beethoven und „Mix te amo Peru“ von Luis Vargas Guevara. Gespielt wurde im „Teatro Municipal de Huaraz“, und danach haben wir noch eine Nacht dort übernachtet und sind nach einem gemeinsamen Museumsbesuch auch schon wieder nach Chimbote zurückgefahren. Es war nicht nur ein gelungenes Konzert, sondern auch ein toller Ausflug um sich im Orchester mehr kennenzulernen. 

Save the date: Mitgliedervollversammlung

Am 22. April. 2025 um 20:00 Uhr findet online (per Zoom) unsere jährliche Mitgliedervollversammlung statt.

Und dazu sind Sie ganz herzlich eingeladen. Es werden Neuigkeiten ausgetauscht, sowie neue Projekte geplant. Alle DaCapo-Mitglieder sind eingeladen teilzunehmen und sich einzubringen. Wir freuen uns auch jedes Mal über neue Gesichter.

Wenn Sie noch kein Vereinsmitglied sind, können Sie es hier gerne werden! Die langfristige Unterstützung durch Mitglieder sind für uns als Verein essentiell, deswegen freien wir uns sehr, wenn Sie zahlreich eintreten.

Newsletter September 2024

Safe the date: 25.-27. Oktober

Das nächste Dacapo-Wochenende steht an! Der Ort steht noch nicht fest, aber ihr dürft euch alle schonmal den Termin freihalten, damit wir uns Ende Oktober sehen können! Wir werden unter anderem:

  • Spiel, Spaß und Zeit mit Freunden verbringen
  • das nächste Benefizkonzert planen
  • eine Transportaktion der großen Instrumente (Bässe und Pauken) nach Peru planen
  • eure Ideen für Projekte einbringen
  • Kammermusik machen

Konzert zu San Pedrito

Anlässlich des Tags des San Pedrito, des Patrons der Stadt Chimbote, am 29. Juni wurda das größte Stadtfest des Jahres gefeiert…

Wir spielten ein großes Konzert. Sowohl das Kinder- als auch das Jugendorchester gestalteten ein breit gefächertes Programm: die Kinder des Orquesta Infantil präsentierten die „Ode an die Freude“, ein Thema aus Dvořaks „Sinfonie zur Neuen Welt“ und Jacques Offenbachs „Can Can“, bevor die Jugendlichen des Orquesta Juvenil mit Rossinis Ouvertüre zum „Barbier de Sevilla“, Beethovens erstem Satz der Frühlingssinfonie, „Hallelujah“ von Händel, und peruanischen Liedern, wie z. B. dem „Himno a Chimbote“, ihre Talente zum Vorschein brachten. Es wurden außerdem auch Sätze aus Griegs „Peer Gynt“ gespielt, welche unser Cellofreiwilliger Chris dirigierte.

Mit ausverkauften Plätzen und standing ovations ist das Konzert sehr gut angekommen!

Konzert zu San Pedrito in Peru 2024

Día de la integración

Am darauffolgenden Wochenende fand mal wieder ein „día de integración“ statt, also ein Gemeinschaftsnachmittag mit Spielen und Aktivitäten, um die Gruppendynamik zu fördern. Die Freiwilligen organisierten verschiedene Aktionen, bei denen sich die Kinder und Jugendlichen austoben konnten: es wurden T-Shirts gebatikt, Spiele gespielt und gemeinsam Pizzas in dem kleinen Steinofen des Centenarios gebacken. Außerdem wurden auch die Geburtstage der Geburtstagskinder dieses Monats mit Torte und Musik gefeiert, eine Tradition, die an jedem Ende des Monats durchgeführt wird. Diese Aktionen gaben gerade auch den neuen Schüler:innen, die Anfang Mai mit Instrumentalunterricht begonnen hatten, die Möglichkeit, das Orchester und seine Mitmenschen besser kennenzulernen.

T-Shirts färben beim Dia de la Integracion 2024

Freiwilligen-Abschied

In den letzen Monaten haben sich Heidi (Geige und Gesang), David (Klarinette, Holzblasinstrumente) und Chris (Cello und Kontrabass) im Centenario engagiert, Unterricht gegeben, Proben geleitet und für Spiel, Spaß und gute Stimmung außerhalb der Proben gesorgt. Der Abschied nach einem halben oder sogar ganzen Jahr Freiwilligendienst fällt jedes Mal schwer. Man hat eine enge Beziehung zu seinen Schüler*innen aufgebaut und neue Freundschaften geknüpft. Viele der ehemaligen Freiwilligen kehren nach einiger Zeit nochmal zurück, um ihre Freunde zu besuchen. Nun steht ein neues Freiwilligenteam in den Startlöchern und Laura (Querflöte, Holzblasinstrumente) ist sogar schon angekommen! Wir wünschen den zurückkehrenden und den nach Peru reisenden Freiwilligen einen guten Flug und sind gespannt, was ihr zu erzählen habt!

Unser Benefizkonzert in Stuttgart

Am 5. Mai 2024 war es so weit: Das zweite Benefizkonzert für DaCapo konnte stattfinden! Wir haben genau wie letztes Jahr all unsere Freunde und Bekannte zusammengetrommelt und ein großes Orchester zusammengestellt. In den Räumlichkeiten der Liederhalle Stuttgart durften wir proben und gemeinsame Abende verbringen (Danke dafür an Familie Oeler!) und konnten schließlich ein vielfältiges Programm mit klassischen Werken von Mendelssohn und Beethoven, sowie beliebten lateinamerikanischen Stücken wie dem Danzon No.2 von Marquez unter der Leitung von Dayner Tafur-Diaz in der Paul-Gehard-Kirche in Stuttgart spielen.

Dayner ist Alumnus unseres Projektes in Peru und studiert seit einigen Jahren Orchesterdirigieren an der Musikhochschule in Stuttgart. Letztes Jahr hat er den German Conducting Award gewonnen und beginnt in ein paar Monaten sein Stipendium an der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker. Wir bedanken uns bei allen Musiker:innen und dem engagierten Orga-Team, das dieses Konzert realisiert werden konnte!

Wir freuen uns riesig, dass wir mit diesem Projekt Menschen zusammenbringen konnten. Ehemalige Freiwillige, die sich gemeinsam in Chimbote engagiert haben, konnten sich wiedersehen und neue Freundschaften sind entstanden. Die DaCapo-Familie wächst und wir sind gespannt auf das nächste Benefizkonzertprojekt.

Mit den Spenden des Publikums konnten wir zwei neue Celli für das Orchester in Peru kaufen und ein Geigenbauer soll für ein paar Tage in das Kulturzentrum in Chimbote fahren, um dort so viele Instrumente zu reparieren wie möglich. Danke an alle, die zugehört, applaudiert und gespendet haben!

Die Ankunft neuer Spenden

Am 13. August 2024, sind zahlreiche Spenden – eine Oboe, Stützen, Saitenhalter und Saiten – im Centro Centenario Cultural angekommen.

Wir freuen uns darüber sehr. Wir sagen allen Spenderinnen und Spendern von Herzen Danke für Ihre Zuwendungen. Im Besonderen richten wir unseren Dank an Matthias Kohl, Geigenbaumeister in Heidelberg, für die erneute Spende von Zubehör (https://www.geigenbau-kohl.de/). Außerdem bedanken wir uns bei Diego Vilela, ehemaligen Schüler des Centro Centenario Cultural, für seinen Einsatz, die Spenden von Deutschland mit nach Peru sorgfältig zu transportieren. Ein Dankeschön geht auch an alle, die den Spendentransport organisatorisch und logistisch ermöglicht haben.

Freundliche Grüße und herzlichen Dank
Vorstand DaCapo Peru e.V.

Diego Vilela (Mitte) übergibt die eingetroffenen Spenden an Silvia Diestra Pastor (administrative Leitung, links) und Enrique Diaz (Saxophon- und Percussionlehrer, rechts).

Newsletter Januar 2024

Neue Freiwillige

Seit Januar ist im Centenario in Chimbote ein großes Team aktiv: Heidi für Violine & Gesang, Isabelle für Bratsche & Geige, Christoph für Cello & Bass, Birte für Trompete & Blechblasinstrumente und David für Klarinette, Holzblasinstrumente. Wir sind gespannt, was die fünf Freiwilligen alles bewegen werden. Eine so große Gruppe war seit der Pandemie nicht mehr im Centenario.

Salsa- und Chor-Unterricht im Centenario

Frischen Wind ins Centenario bringen die beiden Voluntarias Heidi und Isabelle die sich kurzerhand dazu entschließen ein neues Angebot für die Chicos zu starten. So gibt es dank Heidi einen Chor, dem inzwischen sogar auch Lehrer beigetreten sind! Die Begeisterung fürs Singen ist so groß, dass Heidi gar nicht mehr nachkommt mit zusätzlichen privaten Gesangsstunden.

Isabelle hingegen beschließt mit ihrer Leidenschaft Salsa Bewegung ins Centenario zu bringen. Peru ist ein Land mit einer großen Leidenschaft fürs Tanzen. Daher wird Ihr Angebot liebend gerne angenommen, auch weil Isabelle den Latinos im Tanzen definitiv nichts nachsteht!  

In den letzten drei Monaten haben sie sich schnell eingelebt und verbringen mit den großen und kleinen Schülerinnen und Schülern des Projektes viel Zeit.

Sie organisieren Lagerfeuer mit Stockbrot, genießen die Sonne im Centenario, und besuchen Marinera-Feste, ein typische Tanz in Peru. Und sie stellen sicher, dass Schüler*innen sicher nach Hause kommen.

Neuigkeiten im Orchester

Das große Orchester wird seit diesem Jahr von Raul Sosa dirigiert. Er ist schon seit einigen Jahren als Klarinettenlehrer Teil der DaCapo-Familie und übernimmt nun das Dirigat im Jugendsinfonieorchester OSIJCH und somit die gesamtmusikalische Leitung des Projektes. Wir freuen uns sehr, dass Raul diese Stelle übernommen hat, da er bereits mit dem Projekt, den Schüler*innen und der Musik vertraut ist.

Orchesterintern findet auch eine Umstrukturierung des Konzertmeisters statt. Der bisherige Konzertmeister Patricio Romero hat einen Studienplatz für Geige in Lima bekommen – wir gratulieren ganz herzlich und sind gespannt, wohin ihn sein Weg bringt!

Große Freude gab es auch für alle Musikerinnen und Musiker im Centenario, denn endlich endlich gibt es neue Notenständer, die die alten kaputten teilweise ersetzen. Nun sind es endlich genügend für alle, wenn beide Orchester zeitgleich proben!

Mit fast jeder Person, die von Deutschland nach Peru reist, konnten wir ein Instrument oder andere Spenden mitschicken. So haben wir eineneue Geige, eine Bratsche, mehrere Trompeten, eine Querflöte und viel Zubehör im Instrumenteninventar in Peru aufnehmen können! Die Kinder und Jugendlichen profitieren riesig und wir danken allen, die ein Instrument gespendet haben von ganzem Herzen. ❤

Newsletter Januar 2023

Ein frohes und musikalisches neues Jahr 2023 euch allen! Einige weitere Monate sind vergangen und unsere aktuellen Freiwilligen werden euch über die letzten Ereignisse im sommerlichen Chimbote auf den neuesten Stand bringen. Aber auch der Vereinsvorstand in Deutschland hat natürlich einiges zu erzählen!

Abschied nehmen

Nach einem ganzen bzw. halben Jahr, hieß es für uns schließlich Abschied vom Projekt DaCapo nehmen. Morgens im Centenario zusammen üben, nachmittags unterrichten, Orchesterproben leiten, Theorieklassen halten – all das war uns zu einer wundervollen Routine geworden, die wir alle sehr vermissen. Das Centenario war nicht nur Ort für Begegnung mit Musik, sondern auch für Begegnung mit Menschen, die unser Jahr geprägt haben. Daher fiel uns nicht nur der Abschied von unserem tollen Freiwilligendienst schwer, sondern besonders der von unseren Schüler*innen, Gastfamilien, Freunden und all wunderbaren Menschen, die unsere Zeit so besonders gemacht haben. Wir blicken voller Dankbarkeit auf dieses prägende Jahr zurück, welches wir wohl nie vergessen werden. 

– Amelie, Johanna, Julian

Neue Freiwillige in Peru

Zum Start des neuen Schuljahres sind nun zwei neue Freiwillige in Chimbote angekommen: Charlotte Herold & David Biesen. Charlotte ist seit Anfang September in Peru und ist gleich mit den Vorbereitungen des Konzertes Andes Sinfonico in das Projekt gestartet, bei denen Klänge traditioneller Musik und Instrumente mit Sinfonieorchester und Tanz kombiniert wurden.

So hatte sie direkt nach Ankunft die Möglichkeit einen Eindruck von südamerikanischer Musik- und Tanzkultur zu bekommen. Circa 2 Wochen später ist David nach Chimbote gereist und unterstützt seitdem tatkräftig die Holzbläser mit Unterricht für Klarinette und Saxophon. Charlotte unterrichtet Geige und wird bis Weihnachten im Projekt mitarbeiten, David begleitet uns für ein ganzes Jahr.

Momentan laufen die Vorbereitungen für die Weihnachtskonzerte am 15. und 16. Dezember auf Hochtouren, bei dem das Orchester mit einem Chor zusammen die Zuhörer begeistern wird. Bis dahin liegt aber noch viel Arbeit vor ihnen und wir sind gespannt, was sie über Ihre Zeit berichten werden.

Arbeitswochenende in Hildesheim

Wie in Peru gab es auch in Deutschland einiges an Bewegung im Verein. Am Wochenende des 06. Oktobers haben sich wir, der Vorstand, die frisch heimgekommenen Freiwilligen und einige motivierte Mietglieder in Hildesheim getroffen. Es wurde der aktuelle Stand des Projektes und die Erlebnisse der Freiwilligen besprochen, der öffentliche Auftritt des Vereins überarbeitet, Ideen zum Sponsoring gesammelt und erste Pläne für ein 2. Benefizkonzert geschmiedet. Es wurde viel gearbeitet und geplant, erzählt, lecker peruanisch gekocht, musiziert, gesungen und gelacht.

Wechsel im Vorstand

Wie in der Mitgliedervollversammlung am 07. Oktober beschlossen, haben wir eine neue Vorstandsvorsitzende und 2 neue Mitglieder im Vorstand. Wir wollen uns auch hier ganz herzlich bei Annika Schlegel für Ihre Engagement und Arbeit im Verein bedanken. Ihr Engagement hat maßgeblich geholfen, dass Projekt voranzubringen und den Förderverein DaCapo Peru e.V. Ins Leben zu rufen. Gleichzeitig freuen wir uns sehr, dass Anja Littmann nun den 1. Vorstandsvorsitz übernehmen wird. Wir könnten uns keine passendere Person vorstellen dieses Amt zu füllen.

Weiter verabschieden wir uns von Niklas Born, der unsere Freiwilligen betreut hat. Auch dir möchten wir ein großes Dankeschön für deine Unterstützung über die letzten 3 Jahre aussprechen. Herzlich willkommen im Vorstand heißen wir Amelie Schwarz und Johanna Schwab.

Auf ein schönes DaCapo mit diesem neuen Vorstand!

Newsletter September 2022

Ein neues Team in Chimbote

Wir sind Johanna und Julian, die beiden neuen Freiwilligen in Peru. Wir sind beide 19 Jahre alt und kommen aus Köln und haben tatsächlich im gleichen Semester Musik auf Lehramt studiert. Johanna ist im August gekommen und Julian ist seit Ende September dabei. Johanna unterrichtet Geige und Klavier und Julian ist für die Celloschüler verantwortlich und hat auch einige Klavierschüler:innen. Wir unterstützen das Jugendsinfonieorchester und spielen im Kinderorchester mit. Außerdem leiten wir das Kammerorchester, mit dem wir Anfang Dezember, beim Jubiläumskonzert von Chimbote, auch erstmals aufgetreten sind. Zusätzlich zu den ganzen musikalischen Veranstaltungen, sind wir auch für Spiel und Spaß zuständig. Vor einigen Wochen haben wir beispielsweise einen Weihnachtsbaum mit den Schüler:innen gebastelt, waren mit dem Kammerorchester auf dem Cerro de La Paz, einem Berg in der Nähe der Stadt und im Vivero, einem großen Naturpark. 

Seit einem Monat ist in unserem Lehrteam ein neuer Hornlehrer mit an Bord. Diego aus Trujillo kommt zweimal in der Woche nach Chimbote, um die Proben der Blechblasinstrumente zu leiten. Unser früherer Hornlehrer Jason arrangiert mittlerweile einen Großteil der Stücke für das Orchester und bleibt so DaCapo weiterhin erhalten, auch wenn er es nur von der Nachbarstadt Trujillo aus unterstützt. 

Ein weiterer Neuzugang bei den Lehrer:innen ist ein bekanntes Gesicht: Laura. Sie ist selbst Schülerin und nun unterrichtet sie Bratsche und Geige und deckt damit einen wichtigen Teil des Projektes ab. 

Seit Januar gehört auch Amelie aus Deutschland zu unserem Team. Sie ist 19 Jahre alt und kommt aus der Nähe von Stuttgart. Amelie wird Kontrabass und Klavier unterrichten. Sie hat im letzten Jahr ihr Abitur gemacht und möchte nach dem Freiwilligendienst auch Schulmusik studieren. Wir sind schon sehr gespannt auf die kommende Zeit mit ihr.  

Zwei große Konzerte in den letzten Monaten

Seit Anja, Verena und Jil wieder in Deutschland sind, hat das Orchester hauptsächlich auf ein ganz besonderes Konzert hingearbeitet, bei dem wir mit einer Folkloregruppe und einem Solisten auf der Quena (peruanische Flöte) zusammen musiziert haben. Es war das erste Konzert seit langem, das einen Eintritt verlangte. Wie in Peru üblich, wurde aber erst eine Woche von dem Konzert so richtig mit der Band zusammen geprobt. Für uns war es etwas Besonderes, denn bei diesem Konzert kamen sich die europäische und peruanische Kultur ganz nah.

Gerade das sinfonische Orchester ist von europäischer Abstammung und hat nicht sehr viel mit “peruanischer Klassik” zu tun. Es war auch für die Band das erste Mal, dass sie zusammen mit einem Orchester spielte und so waren besonders die ersten Proben etwas holprig, bis wir uns schließlich zusammenfanden. In den Tagen vor dem Konzert wurden zahlreiche Eintrittskarten verkauft und durch die verschiedenen anderen peruanischen Bands erschienen einige Gäste, die sich sonst eher kein sinfonisches Orchester angehört hätten. Neben der Musik wurde durch Lichter und Nebelmaschinen für spektakuläre Effekte gesorgt. Dabei entstanden bereits bei den Proben einige lustige Bilder, etwa das des Dirigenten Jorge auf epische Weise in Nebel gehüllt. Zusammen mit der Band und einem großen Teil des Jugendsinfonieorchesters ließen wir den Abend im Anschluss an das Konzert bei einem gemeinsamen Abendessen ausklingen. 

Das zweite große Konzert war der Auftritt zum 116. Stadtjubiläum von Chimbote. Hier hat nicht nur das Jugendsinfonieorchester (OSIJCH) gespielt, sondern alle Orchester von DaCapo und sogar der erste Chor ist aufgetreten. Eröffnet wurde das Konzert durch die Flötenklasse. Die rund 60 Kinder, die seit Juni 2022 Teil des Projektes sind und in Zukunft ein neues Orchester bilden sollen, lernten in den vergangenen Monaten neben Musiktheorie auch erste kleine Melodien auf der Blocklöte. Drei Stücke wurden bei dem Konzert als Abschluss vorgetragen. Von nun an werden die Kinder weiter Musiktheorieunterricht bekommen und im Einzelunterricht ein Orchesterinstrument lernen, das sie im Dezember auswählen konnten. 

Nach der Flötenklasse präsentierte sich das Kammerorchester mit einem Stück und im Anschluss stellte sich das aktuelle Kinderorchester mit dem ersten Satz der ersten Sinfonie von Beethoven vor. Dies lief deutlich besser als in den Proben zuvor erwartet! Zum ersten Mal gelang dem Kinderorchester solch schwierige Literatur, die in den Monaten zuvor hart erarbeitet wurde. Die Proben des Kinderorchesters werden immer wieder durch Einzelproben von Mitgliedern des Jugendorchesters unterstützt. So bereichern sich beide Orchester gegenseitig.

Als letztes Orchester trat das Jugendsinfonieorchester mit der bekannten fünften Sinfonie von Beethoven auf. Das Orchester wurde von einigen Aushilfen in den Bläsern unterstützt. Zum krönenden Abschluss sang der Chor im letzten Teil des Konzertes gemeinsam mit dem Orchester. Der Zusammenklang von Chor und Orchester war eine Neuheit, die es bis dato hier in Chimbote nur selten gab und bekam Applaus von den zahlreichen Besucher:innen. Die gesamte Aula der Uladech in Chimbote war ausgefüllt mit Publikum. So konnte der Geburtstag der Stadt Chimbote erfolgreich und würdig gefeiert werden. 

Weihnachten im Centenario

Um die Vorweihnachtszeit im Centenario etwas weihnachtlicher zu gestalten, wollten wir einen Weihnachtsbaum im Centenario aufstellen. Da es in Peru keine echten Tannenbäume gibt und wir keinen Plastikbaum wollten, sind wir durch die Idee einer Schülerin darauf gekommen, selbst einen Baum aus Brettern zu bauen und diesen mit Fotos und Erinnerung aus dem ganzen Jahr zu schmücken. Zusammen mit ein paar der Schüler:innen haben wir die Fotos ausgesucht und Holz gekauft. Jede:r hat etwas Dekoration von zuhause mitgebracht und mit der tollen Hilfe der Hausmeister im Centenario gelang der Bau sehr gut. In der letzte Kammerorchesterprobe des Jahres haben wir den Baum gemeinsam mit den Schüler:innen grün angesprüht, die Fotos aufgehangen und geschmückt. Seitdem steht er nun im Centenario und wird von allen Schüler:innen immer wieder bewundert, vor allem wenn abends die Lichterkette angemacht wird und der Baum in verschiedenen Farben leuchtet.

Weihnachten im Centenario

Zum Jahresabschluss gab es ein kleines Weihnachtskonzert für die Orchestermitglieder und ihre Familien. Für das Konzert haben sich erstmals beide Orchester vereint und so wird es auch für das kommende Sommerprojekt bleiben, in dem wir Rocksinfonik mit einer Band und Sänger:innen zusammen einstudieren werden. Unter anderem werden Werke von Queen und Bon Jovi zu hören sein. Nach dem Konzert wurden Panetón und heiße Schokolade an die Kinder verteilt und Fotos geschossen.

In der Dämmerung entzündeten wir ein Lagerfeuer, an dem alle Chicos große Freude hatten. Es wurde nett miteinander am Feuer gesessen und geplaudert. Die Chicos sind durch den Garten getobt und haben Volleyball gespielt – sogar Raúl, der Klarinettenlehrer, hat vollen Einsatz gezeigt. Der krönende Abschluss war, besonders für die „OLAS“, das altbekannte Stockbrot, mit dem wir zusammen den Abend ausklingenlassen haben.  

Viele Grüße aus Peru

Johanna und Julian

Vorstandsnews

Im Oktober 2022 hat sich der Vereinsvorstand gemeinsam mit den ehemaligen Freiwilligen Anja, Jil und Verena zu einem gemeinsamen Wochenende in Heidelberg getroffen. Besonderer Fokus lag hierbei auf unserer Sicht auf den Verein, auf unsere Arbeit, aber auch auf unserer Position zwischen Peru und Deutschland. Nach langem Brainstorming und Sortieren der Ideen ist schließlich ein Leitbild entstanden, das unsere zentralen Bestandteile darstellen soll. Immer wieder trat dabei der Diskussionspunkt zwischen Sozialem und der Musik in einem sozialen Musikprojekt auf. Wie stark soll der Fokus auf der Qualität der Musik liegen, wie wichtig ist das Soziale? Und wie ist unsere Rolle in dieser Diskussion zu bewerten? Schließlich sind wir ein unterstützender Förderverein und nicht (mehr) das Organisationsteam vor Ort in Peru. 

Unseren Fokus wollen wir deshalb weiterhin auf die Unterstützung und Organisation des Freiwilligendienstes legen. Wir wollen vermitteln, wie wichtig die Freiwilligenarbeit für die Kinder und Jugendliche bei DaCapo ist – gerade aus sozialer Sicht. Lagerfeuer, einen Weihnachtsbaum bauen – nicht nur Lehrer:in sein, sondern Ansprechpartner:in in jeglicher Situation. Außerdem wollen wir DaCapo in Form von Instrumenten, die von den Schüler:innen genutzt werden, nachhaltig unterstützen. Auf der Hand liegt hier eine zentrale Frage, trotz aller persönlicher Motivation: Über welche festen finanziellen Einnahmequellen verfügen wir und wie können wir diese ausbauen? Von Luft und Liebe lebt kein Mensch und ein soziales Projekt wohl auch nicht. Herausgefiltert haben sich drei zentrale Quellen: Mitgliedsbeiträge (also ihr – vielen herzlichen Dank!!), Zusatzaktionen (Spendenaktionen wie Benefizkonzerte etc.) und Sponsoren und Förderungen. Auch Letzteres steht nun ganz oben auf unserer Liste.

Abgesehen davon wurde gekocht, gequatscht, organisiert, E-Mails geschrieben – es war ein produktives Wochenende!

Kurz vor Weihnachten fand eine der angesprochenen Zusatzaktionen statt: Über Mia, ein Vorstandsmitglied, entstand der Kontakt zur Stauffenbergschule in Heidelberg. Jedes Jahr in der Adventszeit organisieren die Schule und ihre Schüler:innen Kuchenverkäufe zur Unterstützung sozialer Projekte und in diesem Jahr gingen dabei einige Spenden an uns! In einem Weihnachtsgottesdienst hat Mia den Schüler:innen und Lehrer:innen von DaCapo berichtet und auf dem Cello einige Weihnachtslieder begleitet. Über die Spende freuen wir uns sehr – vielen herzlichen Dank!! So können wir nun einen lang ersehnten Kontrabass für das Projekt organisieren, sodass Amelie, unsere neue Freiwillige, direkt mit neuen Kontrabassschüler:innen durchstarten kann.

Bedanken möchten wir uns herzlichst für die erhaltenen Instrumentenspenden: Ein Horn ist bereits in Peru angekommen, eine Oboe, Bratsche und Trompeten warten in Deutschland noch auf den nächsten Flug ;-). Ein großes Dankeschön an WoodnBrass für das Horn und mehrere Trompeten! Diese Spenden helfen uns und vor allem den Kindern und Jugendlichen in Peru sehr weiter! Vielen Dank!

Benefizkonzert

Nicht nur in Peru ist musikalisch gerade viel los. Auch in Deutschland bahnt sich Großes an: Im Frühjahr wird es das erste Benefizkonzert für unser peruanisches Musikprojekt geben. Es hat sich ein Orchester aus Peruaner:innen, ehemaligen Freiwilligen, Freund:innen und Bekannten des Projektes zusammengefunden, was am 2. April um 16:30 Uhr in der Sporthalle des Marianum Josephinums in Hildesheim lateinamerikanische, sowie klassische Musik spielen wird. Herzliche Einladung!

Falls ihr uns gerne unterstützen möchtet, aber die Anreise bis nach Hildesheim zu weit ist, freuen wir uns sehr über eine kleine Spende für die Verpflegung der Musiker:innen beim Probenwochenende.

Newsletter Juni 2022

Weitere vier Monate sind vergangen und wir freuen uns sehr darüber Euch von den aktuellen Ereignissen bei DaCapo in Peru und Deutschland in diesem zweiten Newsletter zu berichten.

Impressionen aus dem Unterrichtsalltag

Die Freiwilligen Anja (Geige, Klavier), Verena (Cello) und Jil (Blechblasinstrumente) geben in unserem Projekt Einzelunterricht, Gruppenunterricht, leiten Orchesterproben und sorgen für Spiel und Spaß, wenn gerade nicht geprobt wird. Hier kann man gut sehen, wie fröhlich es bei uns zugeht!

Auch als Vertrauenspersonen sind die Freiwilligen in Chimbote oft da. Verena und Nadia vergaßen manchmal, Cello zu spielen, weil sie sich so viel zu erzählen hatten.

Eine neue Generation Musikbegeisterter wächst heran

Nachdem wir das Orchester bei der Schule neben dem Centenario vorgestellt haben, konnten wir eine neue Gruppe von 50 Schüler:innen ab sechs Jahren für Musik begeistern. Einmal wöchentlich geben wir Blockflötenunterricht in Kleingruppen für erste Einblicke in verschiedene Rhythmen, Notensysteme und Harmonien. Nach drei Monaten dieses Einführungskurses können sie sich ein Instrument des Orchesters aussuchen und als jüngste Gruppe zusammenfinden. Wir sind sehr froh über die Zusammenarbeit mit der Schule nebenan, damit das Orchester nach den pandemiebedingten Lücken wieder wachsen kann…

Wandel bei den Freiwilligen in Chimbote

Anfang September mussten Anja, Verena und Jil schweren Herzens wieder zurück nach Deutschland reisen, um dort ihre Studien fortzusetzen. Wir sind aber sehr froh, seit Mitte August Johanna als neue Freiwillige für Geige und Klavier in Chimbote zu begrüßen. Der nahtlose Übergang ist sowohl für das Team als auch für die Kinder und Jugendlichen aus dem Orchester sehr schön, um Johanna in verschiedene Aspekte des Orchesters und der peruanischen Kultur einführen zu können. Vor wenigen Stunden ist außerdem Julian in Chimbote angekommen. Er wird im kommenden Jahr die Cellogruppe unterrichten. Herzlich willkommen!

Zum Abschied von Anja, Verena und Jil haben wir ein Vorspiel veranstaltet, bei dem alle Teilnehmenden des Orchesters etwas präsentieren konnte. Es sind so viele Leute gekommen, dass der Platz im „Auditorio“ fast nicht ausgereicht hat.
Das Programm war bunt gemischt: Von Einzelbeiträgen über Streichquartette bis hin zum Blechensemble waren verschiedenste Auftritte dabei.


Danach waren ein Lagerfeuer und eine Übernachtung im Centenario geplant, um den Abend gemeinsam ausklingen lassen zu können. Dass der Abschied so schwerfiel, ist ein gutes Zeichen: Wir hatten eine unvergessliche Zeit in Chimbote, haben viele Menschen in unsere Herzen geschlossen und sind DaCapo und dem Centenario unglaublich dankbar für diese einmalige Erfahrung. Danke!

Konzerte im August

Diesen Monat fanden zwei verschiedene Konzerte in Nuevo Chimbote statt. Zum Jubiläum der Kathedrale wurde im neuen Theater ein großes Konzert veranstaltet, das von dem Blechensemble, unterstützt durch Jil und Jason (Hornist aus Trujillo) eröffnet wurde. Anschließend trat das Kammerorchester unter der Leitung von Anja auf, bei dem Laura als eine unserer Schülerinnen ein Solo-Konzert für Bratsche und Orchester und Genesis und Jorge aus unserem Geigenlehrteam ein Doppelkonzert für zwei Violinen spielten.

Zum Schluss präsentierte das Kinderorchester Las Olas unter der Leitung von Genesis drei Stücke und sorgte für einen großartigen Abschluss und viel Applaus.

Das zweite Konzert war zum Anlass des Jubiläums der Schule „Santa Rosa“ und dort konnte das Jugendorchester OSIJCH zwei populäre peruanische Stücke präsentieren, sowie zwei Sätze der bekannten fünften Sinfonie von Beethoven.

Neues aus Deutschland

Im Juli fand in Stuttgart ein Vorbereitungstreffen für die Freiwilligen des Schuljahrs 22/23 statt. Auf dem Programm standen pädagogische Grundlagen, ein Spanisch Crash-Kurs und das Kennenlernen der Freiwilligen untereinander. Außerdem gab es viel Gelegenheit zum Austausch über die Arbeit in Chimbote, den Alltag und alle Fragen, die sich sonst noch stellten. Unterstützt wurden Inka und Niklas dabei von den beiden Peruanern Dayner und Diego, die selbst aus dem Projekt stammen und inzwischen in Deutschland leben.

Das Bewerbungsverfahren für den Freiwilligendienst 2023/24 ist eröffnet! Wie gewohnt können wir zwei Plätze über das Programm „weltwärts“ besetzen, aber auch privat ist der Freiwilligendienst weiterhin möglich! Informationen hierzu finden sich unter https://dacapoperu.org/freiwilligendienst/ .

Ende Juli fand in Heidelberg eine Veranstaltung des Rotaract Club Heidelberg-International statt. Rotaract Heidelberg-International initiierte im vergangenen Jahr ein Projekt namens „Art with heart“. Mitglieder des Clubs und andere Interessierte gestalteten unter der Leitung einer Künstlerin der Region eigene Kunstwerke und Gemälde. Im Rahmen eines Galadinners wurden ebendiese Gemälde versteigert.

Der Erlös der Bilder geht an unseren Verein und bietet uns die Möglichkeit, viele alte Projekte neu aufleben zu lassen und neue zu starten. Den Abend begleitete ein Streichquartett bestehend aus Vereinsmitgliedern.

Wir freuen uns sehr über die Spenden, den schönen Abend und die tolle Zusammenarbeit! Vielen herzlichen Dank!

Ausblick

Im Oktober werden wir uns als Vorstand gemeinsam mit den ehemaligen Freiwilligen Anja, Verena und Jil in Heidelberg zu einem Organisations- und Planungswochenende treffen.  Auf dem Plan stehen hier u.a. die Reevaluierung unseres Umgangs mit Spenden und eine Prioritätensetzung dieser, die Spendenakquirierung und die Öffentlichkeitsarbeit sowie Freiwilligenwerbung. Wir freuen uns sehr auf das Wochenende und berichten im nächsten Newsletter davon!

Newsletter März 2022

Es ist so weit: Wir haben einen Dacapo-Newsletter! Unsere aktuellen Freiwilligen Verena, Anja und Jil werden ein wenig berichten, wie es im Projekt im Chimbote gerade so läuft.

Rechts seht ihr den „Plaza de armas“, ein großer Platz mitten im Zentrum von Chimbote bei wunderschönem blauem Himmel.

Neues aus dem Centenario

Hier in Peru haben die Schüler:innen seit Beginn der Pandemie zwei Jahre lang ausschließlich online-Unterricht gehabt. Erst dieses Jahr im April sind die Schulen in den Präsenzunterricht zurückgekehrt. Vor allem für Kinder und Jugendliche erscheint es uns sehr wichtig, diese Routine im Alltag zu haben und ihre Freund:innen zu sehen. Während der langen Zeit des Online-Unterrichts konnte glücklicherweise das Orchesterprojekt größtenteils weiterhin stattfinden und die Schüler:innen sind beinahe jeden Tag in das Centenario gekommen, hatten dort die Möglichkeit, Musik zu machen, ihre Freund:innen zu treffen und einfach mal aus dem Haus zu kommen.

Andersherum bekommen wir seit April, seit die Schulen wieder in Präsenz arbeiten, deutlich zu spüren, dass viele der Kinder und Jugendlichen viel weniger Zeit und Kapazität für das Orchester haben. Einige Familien haben verständlicherweise gesagt: „Wir pausieren erstmal mit dem Musikunterricht und schauen, wie das mit der Schule läuft“. Andere Schüler:innen fehlen regelmäßig in den Proben wegen zu vieler Hausaufgaben oder Schulveranstaltungen. Wir hoffen, dass sich das schnell wieder einpendelt, vermutlich ist nur der Start nach der pandemiebedingten Ausnahmesituation etwas holprig. Wir erinnern uns auch noch gut an unsere Schulzeit und wie schwierig es manchmal war, die Schule mit einem so zeitaufwendigen Hobby wie der Musik unter einen Hut zu bringen.

Die Instrumentenspenden sind da!

Ein riesengroßes Dankeschön an Alle, die uns ein Instrument gespendet haben und an Verenas Bruder Philipp für den Transport von Deutschland nach Peru. Wir freuen uns unglaublich über viele Blockflöten, drei Trompeten, drei Querflöten und sogar eine Oboe! Das hilft uns enorm, um mit den Orchestern viele weitere tolle Projekte zu verwirklichen…

Das Junikonzert mit dem OSIJCH

(kurz für Orquesta Sinfonica Infantil Juvenil de Chimbote – unser Jugendsinfonieorchester)

Ende April hieß es ohne Vorwarnung: Am 4. Juni wird das neue Theater eingeweiht und wir brauchen ein großes Programm mit dem OSIJCH! Wir hatten also einen guten Monat Zeit, um uns etwas aus dem Ärmel zu schütteln, mit einem Jugendsinfonieorchester, das zwar hochmotiviert, aber in den Proben oft sehr unvollständig ist. Wir Freiwilligen und die weiteren Dozierenden waren besorgt, ob das wohl in der kurzen Zeit klappen würde.

Also entschieden wir uns, viele Stücke zu spielen, die die meisten aus dem Orchester schon von vorigen Konzerten kannten, um nicht so viel neues Programm erarbeiten zu müssen. Die Samstage wurden zu ganzen Probentagen, an denen wir von morgens bis abends im Centenario waren, zusammen Mittagaßen und in den Pausen Fußball und Tischtennis spielten.Unter der Woche wurde in verschiedenen Besetzungen jeden Nachmittag geprobt, sodass wir es schließlich schafften! Bis zur letzten Sekunde fehlten noch Kleinigkeiten, die organisiert werden mussten, doch der viele Stress hat sich wirklich gelohnt: Das Programm hat noch viel besser geklappt, als wir erwartet haben. Wir hatten auf der Bühne so viel Freude, dass das ganze Publikum angesteckt wurde und das neue Theater mit einem gelungenen Orchesterkonzert eingeweiht werden konnte!

Einen kleinen Einblick in das Konzert bekommt ihr unter folgendem Link mit Danzón No. 2 von Arturo Márquez.

Die Jüngsten im Orchester bei den Olas

Mit den Olas, unserem Kinderochester bereiten wir uns gerade auf ein Konzert Ende Juni vor. Das Programm erschien sehr schwierig, aber zum Glück helfen uns die Großen aus dem Jugendorchester tatkräftig bei den Proben. Letzte Woche hatten wir eine Partnerprobe, bei der jeweils ein/e Schüler:in aus dem OSIJCH mit einem/r Schüler:in der Olas zusammengearbeitet hat. Diese Methode hat sich bewährt und wir werden sie wohl in Zukunft öfter anwenden.

Herzlich Willkommen an die neuen Lehrer:innen

Unser Lehrteam für die jungen Musizierenden im Centenario in Chimbote wird immer größer. Bis März hatten wir bereits ein beständiges Team unterstützt durch Freiwillige aus Deutschland für die Streich- und die Holzblasinstrumente vor Ort. Um die Blechblasinstrumente haben wir uns immer etwas Sorgen gemacht, weil es für sie keine Lehrkraft gab. Nun unterstützt uns seit März 2022 Jason, ein Hornist aus Trujillo, der zweimal pro Woche zu den Proben kommt. Zusätzlich ist vor einem Monat Jil aus Deutschland angekommen. Sie ist Freiwillige für Trompete und sorgt zusammen mit Jason dafür, dass unsere Blechgruppe inzwischen eine der engagiertesten von allen ist.

Vor einigen Wochen wurde uns Javier vorgestellt. Er ist Künstler und Psychologe und soll uns im Centenario sowohl organisatorisch unterstützen als auch durch Motivations- und Dankbarkeitsübungen. Nachdem wir alle zunächst etwas skeptisch waren, zeigen sich inzwischen schon große Veränderungen in vielen Bereichen. Er hat uns bei der Organisation für das Junikonzert viel Arbeit abgenommen und ist im Moment dabei, eine neue Generation an Interessierten anzuwerben, die ab nächster Woche mit Blockflötenunterricht beginnen werden, um sich danach ein Orchesterinstrument auszusuchen.

Aktivitäten im Centenario

Als es noch sommerlich warm war, ließen sich viele Aktivitäten außerhalb der Proben organisieren. So haben wir im Sommer mehrmals Lagerfeuer gemacht, gemeinsam Fußball oder Tischtennis gespielt und im April sogar im Centenario gezeltet! In den letzten Wochen sind die Temperaturen sehr gesunken und die Aktivitäten verlagern sich mehr nach drinnen. Letze Woche zum Beispiel haben wir im Probenraum, im „Auditorio“, einen Filmeabend gemacht.

Als es noch sommerlich warm war, ließen sich viele Aktivitäten außerhalb der Proben organisieren. So haben wir im Sommer mehrmals Lagerfeuer gemacht, gemeinsam Fußball oder Tischtennis gespielt und im April sogar im Centenario gezeltet! In den letzten Wochen sind die Temperaturen sehr gesunken und die Aktivitäten verlagern sich mehr nach drinnen. Letze Woche zum Beispiel haben wir im Probenraum, im „Auditorio“, einen Filmeabend gemacht.

Viele liebe Grüße aus Peru

Anja, Verena und Jil

Neues vom Vorstand aus Deutschland

Neben den Instrumentenspenden, die bereits mit Verenas Bruder nach Peru gelangt sind, konnten wir innerhalb der letzten Wochen ebenfalls ein Paket mit einigen Geigen und Zubehör auf den Weg nach Peru schicken! Durch die Coronapandemie war die Versendung der gespendeten Instrumente bisher nicht möglich und wir freuen uns sehr, dass wir nun so einen ersten erfolgreichen Versuch per Post starten konnten.

Im nächsten Newsletter können wir mehr über die Ankunft und die Verwendung der Instrumente berichten. Die gesendeten Geigen wurden von Geigenbau Franke in Darmstadt gespendet – vielen herzlichen Dank dafür!!

Ab September bzw. Januar werden erneut 3 Freiwillige aus Deutschland und Österreich nach Peru reisen. Dabei werden wir weiterhin auch von den Freunden der Erziehungskunst Rudolph Steiners durch das Freiwilligenprogramm Weltwärts unterstützt. Als Vorbereitung auf den Freiwilligendienst haben Inka und Niklas ein gemeinsames Wochenende in Stuttgart organisiert, das in den kommenden Wochen stattfinden wird. Auf dem Programm stehen Workshops zum Unterrichten und didaktischen Grundlagen, Dirigieren sowie Infos über das Projekt, die Stadt, Orte, die man gesehen haben muss und vielleicht auch die, die man besser nicht alleine besucht. Wir sind super gespannt, wie die drei werdenden DaCapo Freiwilligen Land, Kultur und Menschen wahrnehmen und erleben!

Auch auf social media sind wir weiterhin aktiv! Aus Deutschland werden regelmäßig Beiträge hochgeladen, der Vorstand vorgestellt oder über verschiedene Dinge informiert. Dahinter stehen Johanna und Mia, die im Vorstand unser social media Team bilden. Zusätzlich füttern Verena, Anja und Jil besonders die Story auf Instagram und Facebook mit den aktuellen Geschehnissen. Wer also immer up-to-date bleiben möchte kann uns gerne unter @dacapo.peru folgen!

Viele liebe Grüße (leider nicht aus Peru 😉)

Euer Vorstand

Newsletter Januar 2022

Die ersten Freiwilligen seit 1 ½ Jahren!

Völlig spontan, 2 Woche vor ihrer Ausreise, erreichte uns im Vorstand eine Nachricht: „Wir, Anja und Verena, würden gerne nach Peru fliegen!“. Nach kurzer Diskussion im Vorstand stand schnell fest, dass die Ausreise so schnell wie möglich erfolgen sollte. Es ist also geschehen: 1 ½ Jahre nachdem unsere letzten Freiwillige auf Grund der Corona-Pandemie aus Peru ausgeflogen wurden, konnten nun zum ersten Mal wieder zwei deutsche musikbegeisterte Voluntarias nach Chimbote fliegen! Mit im Gepäck zwei gespendete Geigen, Kontrabass-, Geigen-, und Cellobögen sowie Zubehör für die Instrumente vor Ort!

Beide haben sich gut eingelebt, wohnen bei Morayma, die schon sehr häufig Freiwillige empfangen hat…

In den letzten Wochen wurde in Peru ein großes Konzert zum Jubiläum Chimbotes vorbereitet, welches am 04.12.21 mit Publikum im Saal der Universität Uladech stattfinden konnte. Unter der Leitung von Anja Littmann spielte zunächst das Kammerorchester E. Elgars Streicherserenade. Im Anschluss daran spielte das Sinfonieorchester, dirigiert von Jorge Calderon, Johann Strauss „An der schönen blauen Donau“, die Nussknackersuite von Piotr Ilich Tchaikovsky, den Radetzky Marsch von J. Strauss sowie peruanische und weihnachtliche Musik.

Vorstandstreffen in Heidelberg

Zeitgleich fand in Heidelberg, Deutschland, das erste richtige Vorstandstreffen unseres Vereins statt. Nachdem unsere Treffen im vergangenen Jahr sehr regelmäßig ausschließlich online stattgefunden hatten, konnten wir uns nun endlich live und in Farbe sehen! Es war ein sehr produktives und genauso lustiges Wochenende – einige von uns kannten sich bereits aus vorherigen Freiwilligendiensten, da wir jedoch alle zu unterschiedlichen Zeitpunkten in Peru waren hatten sich die meisten noch nie richtig getroffen. Mit viel Kaffee, Chicha Morada, Plätzchen und vor allem Motivation und Lust auf neue Entwicklungen haben wir viel geplant, besprochen, abgewogen und in die Tat umgesetzt. Auf dieser Website finden sich nun nicht nur aktualisierte Informationen über einen Freiwilligendienst und unsere Vereins– und Kontodaten (😉), sondern auch frisch geschossene Fotos unseres Vorstandes und des Teams vor Ort in Peru.

Auch Informationen über den Verein, die Satzung und ein Aufnahmeantrag sind nun hier zu finden! Wir freuen uns sehr über neue Mitglieder, die Lust haben, mehr über unsere Arbeit in Peru zu erfahren.

Stolz tragen wir unsere Pullis und T-Shirts zu Schau: bei Interesse sind diese bald wieder erhältlich, kontaktieren Sie uns dazu gerne unter dacapo-peru@web.de! Außerdem haben wir nun einen Flyer und tolle Sticker, die von Sophia Müller-Dott und Philipp Schlegel entworfen wurden. Vielen herzlichen Dank dafür!

Aktuelle Informationen über die Entwicklungen in Peru finden sich am schnellsten auf unserer Instagram-Seite (@dacapo.peru), wir bemühen uns jedoch, ebendiese Informationen auch hier im Blogbereich auf der Startseite der Website zu veröffentlichen.

In diesem Sinne wünschen wir weiterhin eine schöne Adventszeit – wir werden berichten, wie es bei uns weitergeht!

Newsletter Mai 2021

Neues von DaCapo – Warum es uns gibt

Mitte Mai. In Peru wird es langsam wieder kälter, der Wind weht: das offene Meer vor den Toren Chimbotes macht sich bemerkbar. Vor einem guten Monat hat das neue Schuljahr wieder begonnen, die Ausreden der Schüler:innen über das Nicht-üben werden erfinderischer und das nächste große Konzert wird erst wieder Ende Juni zum chimbotanischen Jubiläum stattfinden. Es kehrt zumindest für wenige Wochen etwas Ruhe und Entspannung ein.

Mitte Mai. In Deutschland wird es langsam etwas wärmer: der Sommer steht vor der Tür. Die neuen Freiwilligen für DaCapo, die im September ihre Reise nach Peru antreten werden, sind schon lange ausgewählt. Es wird fleißig Spanisch gelernt, Gepäck vorbereitet, das Impfbuch geprüft, Reisepläne geschmiedet, der erste Kontakt zu den Mitfreiwilligen entsteht und das Vorbereitungswochenende vor der großen Reise rückt immer näher.

Mitte Mai 2021. Wie sehr würden wir uns wünschen, dass es so laufen könnte. Dass die Realität aber mehr oder weniger dem Gegenteil dessen entspricht, was für uns Normalität bedeuten würde, muss nicht weiter erläutert werden. Es ist eben alles anders.

Die Situation in Peru ist schwierig zu fassen. Medizinische Engpässe gekoppelt mit wenig Informationen, die an die Bevölkerung gebracht werden, führen zu viel Hilfslosigkeit und Sorgen. Präsenzunterricht kann kaum durchgeführt werden, ganz zu schweigen von Orchesterproben. Viele Schüler:innen kommen wegen der sehr umfassenden Schulaufgaben kaum dazu ihr Instrument auszupacken. Bei anderen fehlt einfach die Motivation – verständlich, wenn man das nun fehlende enge Miteinander im Projekt gewohnt ist.

Ende Oktober fand in Deutschland unsere Gründungssitzung zur offiziellen Vereinsgründung statt. Nachdem alle Formulare und Unterlagen beim Gericht angekommen waren und wir den lang ersehnten Brief des Vereinsregisters erhalten hatten der kurze Schreck: die Gründung war unzulässig, weil wir den Verein online gegründet hatten. Nach der Enttäuschung im ersten Moment können wir es nun alle mit Humor nehmen – bürokratische Ausführungen wären hier wohl fehl am Platz. Die Kurzversion: Zu einer Vereinsgründung müssen sich mindestens drei Personen in Präsenz treffen, die damals aktuellen Regelungen erlaubten das Zusammenkommen von zwei Haushalten/ bzw. in unserem Fall Personen. Paradox.

Aber auch ohne offiziellen Verein geht unsere Arbeit weiter: besonders auf den bekannten social media Kanälen wird immer auf dem neusten Stand berichtet. Hier sind über die letzten Monate unter anderem schon diverse Interviews mit verschiedenen Personen des Projektes zusammengekommen. Auch zum zweiten Versuch der Vereinsgründung wird es dort weitere Informationen geben. Die Unterlagen sind eingereicht – wir hoffen sehr, dieses Mal alles richtig gemacht zu haben!

In Peru läuft weiterhin der Einzelunterricht im Onlineformat. Immer wieder wird versucht, Orchesterproben auf der Wiese des Kulturzentrums zu ermöglichen. Wegen der recht hohen Fallzahlen wurden diese nun leider wieder abgesagt. Stattdessen versuchen wir ein Video aus vielen Einzelaufnahmen der Schüler:innen zusammenzuschneiden.

Es geht also voran! Sowohl in Peru als auch in Deutschland. Und dennoch drängt sich von Zeit zu Zeit die Frage auf, warum wir eigentlich ausgerechnet die Musik in Peru so umfassend unterstützen wollen. Noch dazu klassische Musik, die in Peru nicht einmal bekannt und schon gar nicht kulturell „heimisch“ ist. Gerade in Zeiten wie diesen, in denen soziale Ungerechtigkeit, medizinische Ausstattung und schulische Bildung ausgeprägter und wichtiger zu sein scheinen, denn je. Von Luft, Liebe und Musik lebt es sich bekanntlich nicht. Bei allem Leid auf dieser Welt – warum sollten wir weiterhin ein kleines peruanisches Musikprojekt unterstützen? Wären Spender nicht mit ‚Unicef‘, ‚Ärzte ohne Grenzen‘ oder dem schulischen Förderverein besser bedient?

In Gänze lässt sich diese Frage wohl nie beantworten und es gibt sicherlich wichtigeres, als Kindern ein wenig Musik beizubringen, doch ist es eben nicht nur die Musik, die uns vorantreibt.

Chimbote ist eine unglaublich laute, sehr peruanische und unruhige Stadt. Im vergangenen Jahrtausend erbaut, kann sie weder mit vielen prunkvollen Kolonialbauten punkten, noch verfügt die mitten in der Wüste gelegene Stadt über weitläufige Parks und Grünanlagen (jedenfalls nicht so, wie man sich es in Deutschland vorstellen würde). Chimbote hat seinen Charme – jede und jeder, die/der die Stadt kennt wird dies nach einiger Zeit bestätigen! Zentral gelegen, mitten in der Stadt, befindet sich das Kulturzentrum. Von der staubigen Straße gelangt man durch ein gigantisches Tor, welches immer bewacht wird, vorbei an den ersten Räumen des Projektes in einen kleinen Park. Grüne Wiesen, nicht selten bevölkert von vielen spielenden Kindern, die zwischen Malerstaffeleien, Trompeten- oder Geigenunterricht und dem kleinen Café umherrennen. Bunt bemalte Wände, von irgendwo erklingt Ballettmusik und eine kleine Kindergartengruppe läuft im Gänsemarsch zum Kinder-Saal der im Kulturzentrum integrierten Bibliothek. Am Nachmittag sind viele Schüler:innen des Orchesters zum Üben oder Quatschen auf der Wiese verstreut – still ist es nie, ein Ort der Ruhe kann es trotzdem sein!

Erst mit der Zeit wird klarer, warum all dies im Centro Cultural zwar Normalität aber doch etwas ganz besonderes ist. Zwar wird häufig vom sozialen Musikprojekt gesprochen, doch ist dies nur ein Mittel, den Zweck des Projektes schnell zu vermitteln. Eigentlich ist das Soziale ein Nebenprodukt des normalen Lebens im Projekt. Es geht nicht darum, sozial benachteiligten Kindern ein „besseres“ Leben ermöglichen zu wollen: dafür gibt es andere (und mindestens genauso wichtige) Projekte. Es geht nicht darum, Kindern zu zeigen, wie man „richtig“ Musik macht. Es geht auch nicht darum, Kindern eine neue Kultur und Erziehungsvorstellung aufzudrängen.

Es geht darum, ALLEN Kindern, ungeachtet – und das ist wörtlich zu nehmen – ihrer kulturellen Herkunft, ihres sozialen Standes, ihrer finanziellen Mittel, ihrer (musikalischen) Vorbildung und ihrer Erziehung, ein Freizeitangebot zu ermöglichen, das so viel mehr als nur Musik ist. Nicht nur werden so Kinder und Jugendliche verschiedener Herkünfte im Projekt integriert, sie wissen meist nicht einmal, woher alle anderen Kinder kommen. Hier begegnen sich Personen, die sich außerhalb des Kulturzentrums nie näherkommen würden: mit dem Betreten des Zentrums wird nicht einmal darüber geredet. Im Vordergrund steht das Verbringen gemeinsamer Zeit, das gemeinsame Musizieren, sich kennenzulernen und jeden Menschen so anzunehmen, wie er oder sie eben ist. Zusammen mit venezolanischen Schüler:innen und Lehrer:innen und den deutschen Freiwilligen entsteht ein einmaliger Austausch der Kulturen, der schnell zur Selbstverständlichkeit wird. Schon die jüngsten Kinder im Kinderorchester folgen offen und routiniert den auf gebrochenem Spanisch vermittelten Anweisungen der deutschen Freiwilligen, helfen beim Erlernen der Sprache und fragen begeistert, welche peruanischen Gerichte man schon kennen gelernt hätte.

Die großen Probleme der Welt lösen wir nicht, aber wir fangen im Kleinen an! Und ich bin mir sicher, jeder und jede Musiker:in im Projekt DaCapo hat ein wenig des Interkulturellen mitgenommen. Hat gelernt, dass Aussehen, Herkunft und nicht einmal die gesprochene Sprache gemeinsames Leben einschränken müssen. Ist offen für andere Orte und Kulturen geworden und hat Lust über den Tellerrand zu schauen. Hat erlebt, wie wichtig sozialer Zusammenhalt ist und wie all dies durch die Musik erfahrbar gemacht werden kann!

Pathetisch, ich weiß – aber manchmal muss das eben sein.

Text von Annika Schlegel

Newsletter Jubiläum – 10 Jahre DaCapo Peru

10 Jahre DaCapo Peru – 10 Jahre sinfonische Musik in Chimbote – 7 ½ Jahre Freundschaften über Landesgrenzen hinweg! Wir feiern Geburtstag!

Viel ist in den vergangenen zehn Jahren passiert! Beinahe 1000 Kinder und Jugendliche haben in dieser Zeit über die Jahre verteilt an Orchester- und Chorproben teilgenommen. Sie haben Instrumente spielen gelernt, Kurse über Musikgeschichte und -theorie besucht und vor allem erfahren können, wie es sich anfühlt, Teil eines großen Ganzen – einer Gruppe von Gleichgesinnten, verbunden durch die Musik – zu sein.  Begleitet durch inzwischen 20 verschiedene Lehrer:innen, fünf Dirigenten und fast 40 Freiwillige aus Deutschland konnte das Projekt langsam wachsen: der Übergang der ersten Blockflötengruppe auf das Spiel sinfonischer Instrumente war dabei genauso ein großer Schritt, wie auch der Weg zu Präsentation der ersten Sinfonie, die je in Chimbote gespielt wurde!

Aber nicht nur in Peru feiern wir Geburtstag: Pünktlich zum 10-jährigen Jubiläum haben wir hier in Deutschland einen Förderverein gegründet, der die interkulturelle Arbeit erleichtern und unterstützen soll. Viele ehemalige Freiwillige, die selbst in Peru gelebt und gelehrt haben, engagieren sich so, um wiederum neuen Interessenten und Freiwilligen ihren Weg und Start in Peru etwas zu erleichtern! Außerdem wollen wir natürlich die musikalisch-kulturelle Szene in Chimbote weiter unterstützen, in Deutschland bekannt machen und so immer mehr Kindern und Jugendlichen die Erfahrung, in einem sinfonischen Orchester zu spielen ermöglichen!

Musik als Freizeitbeschäftigung ist in Peru eine absolute Nische! Einerseits ist klassische Musik, wie sie hier in Deutschland kaum wegzudenken ist, in Peru kulturell kaum verankert und sehr unbekannt – dadurch auch die sinfonische Besetzung eines Orchesters. Zusätzlich ist es für Kinder und Jugendliche in Peru kaum üblich, ein Hobby neben der Schule auszuüben. Umso besonderer hingegen ist der Zusammenhalt, der unter den Musiker:innen immer sichtbarer wird: die große Rasenfläche im Kulturzentrum ist so noch Stunden nach den Proben Schauplatz von Fußballspielen, hitzigen UNO- oder Ligretto-Runden und vielen lustigen und auch mal ernsten Gesprächen. Sowohl der Schüler:innen aber auch gemeinsam mit Lehrer:innen bzw. Freiwilligen des Projektes. Als ausschließlich musikalisches Projekt lässt sich DaCapo kaum bezeichnen, sticht doch der soziale Aspekt so deutlich heraus! Auch musikalisch wird versucht verschiedene Kulturen, Gewohnheiten und Vorlieben zu vereinen, aber auch Horizonte zu erweitern. Das musikalische Repertoire des Orchesters bewegt sich zwischen der klassischen sinfonischen Orchestermusik und peruanischer bzw. lateinamerikanischer Musik. Gerade das klassische Orchesterrepertoire ist für das Publikum meist neu und ungewöhnlich, trifft aber dennoch auf viel Zustimmung und Begeisterung!

All dies gemeinsam zu feiern gestaltet sich zurzeit natürlich etwas schwieriger als erhofft! Peru ist von dem Coronavirus stark betroffen, sodass die ersten Proben erst wieder Mitte Oktober stattfinden konnten. Der Instrumentalunterricht wurde seit Beginn der Pandemie online durchgeführt, sodass die meisten Musiker:innen dennoch Fortschritte machen konnten. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, die passenden Endgeräte oder das Internet für den Unterricht auftreiben zu können oder auch nur an die Instrumente zu kommen, die noch im abgeschlossenen Kulturzentrum lagerten, konnten nach einiger Zeit beseitigt werden. So tauchten Bilder von Jungs auf, die voller Hingabe ihr Horn in die Arme schließen konnten – die Trennung war wohl sehr schmerzhaft 😉 und für den Unterricht fanden sich kreative Ideen. So läuft bei einigen Schüler:innen der Unterricht immer noch über das Senden von Whatsapp-Sprachnachrichten, in denen sie sich selbst aufnehmen – zumindest besser als Nichts! 😉 Inzwischen ist es für einige Schüler:innen wieder möglich in das Projekt zu kommen und so auch Präsent, mit Abstand, Maske und frischer Luft, Einzelunterricht zu erhalten.

Einzelunterricht mehrerer Schüler:innen des Orquesta Infantíl und die ersten Proben des Orquesta Juveníl in Kammerbesetzung

Als im Oktober mit den gemeinsamen Proben gestartet werden konnte war die Freude groß! Schnell stand fest, dass das alljährige Konzert zum Geburtstag des Orchesters, aber auch gleichzeitig zum Jahrestag der Stadt Chimbote, stattfinden sollte! Unter freiem Himmel im Kulturzentrum ohne Publikum gespielt und aufgenommen wurde es nun über Facebook auf der Seite des Kulturzentrums veröffentlicht. Auch wir Freiwillige haben uns an diesem Konzert beteiligt und ein Grußvideo zusammengeschnitten, welches die Zusammenarbeit der verschiedenen Länder und Kulturen beschreiben soll.

Wir freuen uns sehr auf die nächsten Wochen, Monate und Jahre der Zusammenarbeit!

¡Que viva DaCapo Perú! ¡Que viva la música!

Abschlusskonzert des Sommerprojektes 2020

Am 29.02.2020 fand das große Abschlusskonzert der Sommer Probenphase statt. Zu hören war das Orquesta de Olas mit dem Stück Chamambo, das Kammerorchester mit der Suite „Aus Holbergs Zeit“ von Edward Grieg und das Orquesta sinfonica juvenil mit Dvoraks neunter Sinfonie „Aus der neuen Welt“. Es war das erste Mal, dass eine zusammenhängende Sinfonie in der Stadt Chimbote präsentiert wurde, sodass das Konzert nach einer ca. eineinhalb monatigen Probenphase auch beim Publikum sehr gut ankam.

Nicht nur musikalisch wurden die Sommermonate bei DaCapo intensiv genutzt. Bei verschiedenen Freizeitaktivitäten wie Lagerfeuer, OpenAir Kino, Camping im Centenario oder Geländespielen waren die Mitglieder der Orchester häufig von morgens bis abends im Centenario. So sind nicht nur viele neue Freundschaften unter den Schülerinnen und Schülern entstanden. Auch das Verhältnis zwischen Schüler:innen, Lehrer:innen und Freiwilligen ist spürbar enger geworden. Krönender Abschluss nach einem tollen Konzert war dann eine große orchesterinterne OpenAir Party, bei der viel getanzt wurde.

Leider ist die Arbeit im Projekt nun auf Grund des Coronavirus deutlich eingeschränkt. In Peru herrscht eine umfassende Ausgangssperre, die es den Menschen nicht erlaubt, außerhalb dringender Notfälle oder zum Einkaufen das Haus zu verlassen. Alle deutschen Freiwilligen sind inzwischen wieder wohlbehalten in Deutschland angekommen, sodass die Arbeit vor Ort nun rein vom festen Lehrerteam übernommen wird. Langsam etabliert sich ein fester Stundenplan über Zoom, Skype, WhatsApp oder ähnliches, sodass alle Schüler, die ihre Instrumente bei sich zu Hause haben, weiterhin Einzelunterricht erhalten können.

Newsletter Februar 2020

Da in Perú immer um die zwei Sommermonate Januar und Februar Schulferien sind, haben wir in diesen zwei Monaten die Möglichkeit, besonders intensiv mit den Kindern zu arbeiten. Momentan wird im Jugendorchester die Sinfonie „Aus der Neuen Welt“ von Antonin Dvorak eingeübt (siehe Bild links), um diese im großen Konzert Ende Februar zu präsentieren. Nicht nur für die Jugendlichen ist dieses große Werk etwas ganz besonderes, denn mit der Aufführung in Chimbote bekommt die Stadt das erste Mal die Möglichkeit, eine Sinfonie in einem Konzert zu hören. Dreimal die Woche wird dafür auf dem Schulhof einer Schule in Stimmproben, Streicher- und Bläserproben und Tuttiproben intensiv gearbeitet. Freiwillige unterstützen hierbei die Arbeit der hauptamtlichen Lehrer. Auch mit dem Anfängerorchester „Olas“ wird an einem kurzen Programm gearbeitet. Die Leitung liegt dabei in der Hand der Freiwilligen. Zweimal die Woche wird am Nachmittag mit den Kindern, sowohl als Streichorchester, als auch in sinfonischer Besetzung geprobt (Bild rechts), damit auch diese Teil des großen Konzertes Ende Februar sein können.

Das Kammerorchester studiert momentan die Suite „Aus Holbergs Zeit“ von E. Grieg ein. Diesen Sommer liegt die Leitung in der Hand der Freiwilligen, die auf diesem Wege eigens mehr Erfahrung in der Leitung und im Orchesterdirigat gewinnen können.

Neben der musikalischen Arbeit stehen wir momentan auch vor einigen organisatorischen Herausforderungen, die die Verselbstständigung unseres Projektes mit sich bringt. Dazu gehört vor allem die Gründung eines Fördervereins in Deutschland, sowie der Aufbau und die Änderung der Strukturen für die Arbeit in Perú vor Ort.