Ein Reichtum an schönen Erinnerungen
Johanna Schwab (Freiwillige 2022/23)

Ich habe mein Auslandsjahr in Chimbote in Perú verbracht und war dort in einem Kulturzentrum in einem Orchesterprojekt als Musiklehrerin tätig. Chimbote ist eine Küstenstadt mit etwa 300.000 Einwohnern und liegt 500 km nördlich von Lima. Tourismus gibt es in dieser Stadt kaum, da die Erinnerung an den Fischgeruch durch die Fischindustrie noch immer in den Gedächtnissen präsent ist. Mittlerweile ist der Geruch aber nur noch selten wahrnehmbar, wenn man sich nicht neben dem Industriegebiet aufhält.
Meine Aufgaben im Kulturzentrum, im Centenario, waren sehr vielseitig….
Hauptsächlich war ich als Geigenlehrerin tätig. Ich hatte aber auch Klavierschüler, habe das Kammerorchester geleitet, Musiktheorieunterricht gegeben, Freizeitaktionen für die Orchestermitglieder organisiert, als Unterstützung im Kinder- und Jugendorchester mitgespielt, Stimmproben geleitet, Instrumente restauriert und für die Instandhaltung gesorgt, ich war Hauptverantwortliche für die Kommunikation zwischen dem Kulturzentrum und der deutschen Unterstützerorganisation DaCapo und habe Deutschunterricht gegeben. Mein Stundenplan variierte zwischendurch sehr, ich gab Einzelstunden im Instrumentenunterricht, leitete Orchesterproben oder Musiktheorieunterricht.
Meine Reise begann um August 2022, ich kam in Chimbote an und lernte die Freiwilligen der vorherigen Jahres kennen. In unserer gemeinsamer Zeit von 3 Wochen zeigten sie mir das Centenario und stellten mich den Lehrer*innen, Schüler*innen und anderen Arbeitenden vor und brachten mich zu meiner Gastfamilie. Mit Ihnen zusammen lernte ich das Stadtzentrum kennen und sie halfen mir viel bei der Kommunikation der mir anfänglich fremden Sprache. In meiner ersten Orchesterprobe wurde ich vom Dirigenten ganz herzlich willkommen geheißen und er erzählte, wie sehr sich alle auf mich gefreut hätten, dass ich nun Part der großen Orchesterfamilie und sie mein zweites Zuhause seien. Alle nahmen mich zur Begrüßung in den Arm und fingen munter an mit mir zu quatschen. Ich verstand damals kaum etwas. Diese Art von Herzlichkeit und Offenheit war mir unbekannt, brachte mich aber viele Male zum Lächeln.
Der zweite Abschnitt des Jahres fing an, als ich, zusammen mit den anderen Chicos (Orchestermitglieder), die Freiwilligen Anfang September verabschiedete. Ab da fing nun mein eigenes Jahr im Centenario an und ich war für knapp 4 Wochen die einzige Voluntaria, bis Arne, der neue Freiwillige dazustieß. Im September fing ich als Geigen- und Klavierlehrerin an und übernahm die Leitung des Kammerorchesters. Ich weiß noch sehr gut wie überfordert ich anfangs mit ALLEM war. Durch die Sprachbarriere war jede Unterhaltung eine riesige Herausforderung für mich, meine Tätigkeiten im Kulturzentrum waren mir nicht vertraut, der ganze Lärm im Straßenverkehr und die andersaussehenden Menschen waren mir so fremd… Am Anfang habe ich alles Neue und alles Ungewohnte abgelehnt. Hinzu kam, dass ich mich in der Familie nicht wohlfühlte. In diesen Wochen fühlte ich mich sehr allein und fremd. Ich hatte Heimweh, und tat mich schwer die Andersheit des Lebens zu akzeptieren. Schlussendlich kommunizierte ich der Chefin des Kulturzentrums meine Situation und sie versprach mir, dass ich meine Familie wechseln könnte, sobald Arne in Chimbote ankäme.
Mit dem Ankommen des neuen Freiwilligen Anfang Oktober, zog ich dann tatsächlich bei der Chefin ein und sie nahm mich als ihre neue Tochter auf. Sie war wahnsinnig liebevoll und gab mir das Gefühl doch einen Rückzugsort und Ankerpunkt gefunden zu haben. Sie hat eine Angestellte, die mit ihren beiden kleinen Kindern bei ihr wohnt und auch die Angestellte freute sich riesig über mein Dasein. Diese dritte Phase ging bis etwa Weihnachten. Ich hatte nun meine Familie gefunden, in der ich wertgeschätzt wurde und die ich mit jedem Tag lieber gewann. Alle beide, meine Gastmami und auch die Angestellte, sprachen sehr viel Spanisch mit mir, sodass sich das bald deutlich verbesserte. Ich konnte immer besser ausdrücken, was ich wollte. Das erleichterte meine Arbeit im Centenario immens. Mit Arne zusammen gab ich erste Musiktheorieunterrichtsstunden. Meine Tätigkeit als Lehrerin war nicht mehr so herausfordernd wie zu Beginn, weil ich nun die anfänglichen Unsicherheiten überwunden hatte. Ich fing an, ein bisschen Eigeninitiative zu ergreifen und das Kammerorchester nach meinen Vorstellungen umzugestalten. Richtung Ende des Jahres hatte ich immer mehr Schülerinnen, die mich um Unterricht baten. Eigentlich gab es in diesem Jahr drei Geigenlehrerinnen unter denen die Schüler gerecht hätten aufgeteilt werden sollen, doch aufgrund der hohen Anfrage hatte ich zeitweise 14 Geigenschüler*innen, über der Hälfte aller Geigenschüler*innen des Centenarios. Einerseits war die Nachfrage die schönste Form der Wertschätzung und andererseits war es schwierig allen Schüler*innen gerecht zu werden. Letztendlich sprach ich mit der anderen Geigenlehrerin, und gemeinsam fanden wir eine Lösung.
Ende November organisierte ich das erste interne Klassenvorspiel für alle Schüler*innen. Die ganze Planung war sehr durcheinander und improvisiert, doch trotz allem gelang das Vorspiel und ich war besonders erfreut über die hohe Teilnehmerzahl der Schüler*innen und Lehrer. Da das Verhältnis gerade mit den Geigenlehrer*innen nicht leicht war, nahm ich die Zusammenarbeit sehr positiv wahr. In der Zeit bis Weihnachten war ich noch sehr damit beschäftigt mich
einzugewöhnen, meine Aufgaben zu bewältigen und das Leben dort zu meistern,- mit all seinen Andersheiten. Ich akzeptierte, dass nicht alles, was kulturell anders ist, automatisch schlecht ist und alles sein Positives hat. Kleine Dinge, wie das Lächeln eines Schülers in einer Unterrichtsstunde, lernte ich zu schätzen. Die nächste Phase begann damit Martha, die neue Voluntaria, Anfang Januar in Lima abzuholen. Im Centenario stand das große Sommerprojekt: ROCKSINFONICO an. In den Sommerferien hatten die Kinder mehr Zeit für das Orchester, und so wurde drei volle Tage der Woche geprobt. Es gab Stimmproben, Tuttiproben, Theorieunterricht und natürlich zwischendurch ein bisschen Zeit für Kekspausen. Abgesehen davon waren wir Voluntarios für verschiedene Spiel und Spaßaktionen außerhalb der Orchesterzeiten zuständig und gaben zweimal in der Woche Deutschunterricht. Wir haben Filmeabende, Voleyballtuniere, Übernachtungen im Centenario, einen Abend mit Lagerfeuer und Stockbrot und Ausflüge zu verschiedenen Zielen in der nahen Umgebung, wie beispielsweise an den Strand, organisiert.
Wir Freiwilligen nahmen das Angebot wahr, einmal in der Woche in der vorhandenen Tanzschule Marinera, eine typische peruanische Tanzrichtung, zu lernen. Diese Zeit war viel entspannter als in den vergangenen Monaten, weil mehr Freiwillige da waren und der Einzelunterricht im Sommer nicht so hochpriorisiert wurde. Viele der Orchestermitglieder waren gleichzeitig auch unsere Freunde und ich sah die Zeit im Orchester auch gar nicht mehr als Arbeit an. Die Ausflüge wurden zwar von uns organisiert und wir trugen die Verantwortung, aber trotzdem konnten wir sie auch genießen und es war schön zu beobachten, wie das Orchester als Gemeinschaft weiterzusammenwuchs. Mir hat sehr gut gefallen, dass es keine Grüppchenbildung gab, sondern alle altersunabhängig ernst genommen und miteingebunden wurden. Generell war schön zu sehen, wie weltoffen und wertschätzend die Gemeinschaft war. Man wurde nicht auf das Geigenspiel oder das Aussehen oder sonst etwas reduziert, sondern als ganzheitlicher, individuelle Persönlichkeit gesehen. Da war ich sehr beeindruckt und konnte davon sehr viel lernen. Dadurch dass die Menschen dort so viel weniger Geld haben, liegt der Lebensschwerpunkt ganz anders als bei uns in Deutschland, nicht nur auf Konsum und Leistung. Jeder Mensch an sich zählt viel mehr und wird mehr geschätzt. Anfang März gab es dann das Konzert zum Abschluss des Projektes ROCKSINFONICO. Das Orchester gab zusammen mit einer Band und verschiedenen Sängern eine große Show in der Theaterhalle der Stadt. Nachdem Sommerabschlusskonzert waren wir Voluntarios für zwei Wochen im Herzen Perus unterwegs. Das war auch sehr aufregend, aber man hat so viel von der Tourismusmeile gesehen, dass ich danach unser schönes Chimbote wieder sehr zu schätzen wusste. Chimbote war nicht extra herausgeputzt und einfach „ganz nackt“ peruanisch. Spätestens da habe ich wohl angefangen, vieles der peruanischen Kultur zu bewundern und zu adaptieren. Mir gefällt die Echtheit, die es dort gab. Es wurde in gewissen Situationen einfach nichts beschönigt. Wenn da es Reis mit Fleisch gab, dann konnte man das Hühnchen auch noch erkennen.
Ab Mai 2023 kehrte wieder mein von vor den Sommerferien bekannter Alltag zurück: ich gab Geigen- und Klavierunterricht, leitete das Kammerorchesters, gab Theorieunterricht mit den Freiwilligen zusammen und wir organisierten Ausflüge mit den Chicos. Wir waren zu einer sehr engen Freundesgruppe zusammengewachsen und ich genoss die Zeit sehr. Die Aufgaben waren entspannter, weil sie nun vertraut waren. Mittlerweile war ich mit all meinen Geigenschüler*innen eng zusammengewachsen und für viele eine wichtige Bezugsperson. Die Kinder kamen zu mir und vertrauten mir ihre Sorgen und häuslichen oder schulischen Probleme an. Ich freute mich über ihre Offenheit und versuchte sie in diesen schwierigen Situationen zu unterstützen und ihnen Halt zu geben. Mir wurde immer bewusster welch wichtige Rolle die Musik und das Orchester im Leben dieser Kinder spielt. Das Kulturzentrum ist ein Zufluchtsort der Ruhe und Frieden verbreitet, in dem man für ein paar Stunden seine Sorgen vergessen kann. Zusätzlich erleicherte ich ab Mai dieKommunikation zwischen der deutschen Unterstützerorganisation DaCapo und dem Centenario um den Instrumentenbestand und Zubehör aufzubessern. Ich organisierte einen Klavierstimmer, brachte Geigen zum Geigenbauer, kaufte neue Saiten und Mundstücke von dem Geld, was mir DaCapo zur Verfügung gestellt hatte, und wartete zusammen mit den dortigen Lehrern das Inventar. Viele Missverständnisse und Kommunikationsschwierigkeiten, die über die Ferne entstanden, konnten somit vermieden werden. Zudem traten wir Freiwilligen, mit zwei Geigenschüler*innen, im Namen des Centenarios bei verschiedenen Veranstaltungen als musikalische Begleitung auf.
Anfang Juni organisierte ich ein weiteres Geigenvorspiel. Dieses Mal war es öffentlich zugänglich und zu meiner Begeisterung wurde es großzügig von außen besucht. Wir warben schon Wochen vorher über verschiedene Kommunikationswege und die Schüler*innen präsentierten mit großer Freude ihr erarbeitetes Programm. Ich selbst war sehr stolz. Im Juni folgten weitere Konzerte des Orchesters, darunter auch ein Konzert nur vom Kammerorchester. Das war für mich sehr aufregend, weil ich bisher nur einmal an Weihnachten mit meinem Kammerorchester aufgetreten war und ansonsten keine Konzertpraxis hatte. Ich erhielt von allen Seiten Unterstützung und mit einigen zusätzlichen Proben brachten wir das Programm mit Bravour über die Bühne.
Ab Anfang Juli begann schon langsam die Abschlussphase. Die letzten Geigenstunden kostete ich sehr aus und gab mir viel Mühe den Kindern noch etwas mit auf ihren weiteren Lebensweg zu geben. Den ganzen Tag war ich mit den Freiwilligen und unseren Orchesterfreunden im Centenario und wir machten viel Musik zusammen. Martha und ich organisierten verschiedene Abschlussessen mit den Lehrer*innen und unseren Gastfamilien, und organisierten letztlich unser Abschlussvorspiel, bei dem verschiedenste Kammermusik von meinen Schüler*innen vorgetragen wurde. Alle durften sich ein weiteres Mal präsentieren. Der Höhepunkt war ein sehr bekanntes Stück „la vita e bella“, das wir alle zusammen vorspielten und dazu eine Diashow mit Bildern aus dem vergangenen Jahr zeigten. Ich bin so dankbar so viel positive Rückmeldung von allen Seiten bekommen zu haben. Es trieb mir Tränen in die Augen, als viele meiner Schülerinnen bei unserer letzten Umarmung anfingen zu weinen. Die letzten Tage waren sehr emotional und geprägt von einem unglaublich großen Dankbarkeitsgefühl all das erlebt zu haben. Ich bin sehr dankbar mich selbst als Lehrerin so etabliert zu haben und auch immer wieder Kritik von den Schülern zu meinem Unterricht zu bekommen. So hatte ich die Möglichkeit Methoden zu ändern und neue pädagogische Wege auszuprobieren. Mittlerweile ist mir die peruanische Kultur so ans Herz gewachsen und ich habe all sie mit all ihrer Schönheit und Diversität gesehen, dass ich sie gar nicht mehr missen möchte und selbst in einer gewissen Weise adaptiert habe. Es ist schön immer nochmal die Möglichkeit zu haben das Leben aus einer anderen Perspektive sehen zu können. Dann erscheinen manche Probleme plötzlich gar nicht mehr so groß. In dem Jahr in Peru habe ich mich in besonderer Weise weiterentwickelt – Ich als Mensch, meine Ansichten und meine Werte haben sich verändert. Die Zeit in Peru ermöglichte mir das klassische Weltbild, was mir zuhause beigebracht und vorgelebt wurde, nochmal selbst zu entdecken, neue eigene Grundsätze hinzuzufügen und andere zu streichen, die für mich nicht mehr bedeutsam waren. Dadurch habe ich mich selbst neu kennengelernt, bin zufriedener mit mir selbst und es fällt mir leichter meine Schwächen zu akzeptieren. Ich habe gelernt mich in meinem Körper zu 100% wohlzufühlen. Deutsche Selbstverständlichkeiten nehme ich viel wertzuschätzender wahr und ich bin mit viel weniger Aufwand zufrieden. Durch meine Erfahrung bin ich weltoffener geworden. Ich habe es geschafft mich der Kultur und den Menschen dort so weit zu öffnen und anzuvertrauen, dass aus dem fremden Land ein neues Stück Heimat wurde – Das, glaube ich, beschreibt meine Wertschätzung des Projektes in voller Ausführlichkeit. An meinen Aufgaben im Projekt bin ich gewachsen. Aus Überforderung wurde Herausforderung und irgendwann Alltag. So konnte ich mich auch auf Studienebene durch ein Jahr Praxiserfahrung weiterentwickeln. Das Verlassen der Komfortzone hat mich Fähigkeiten wie Selbstreflexion, Kreativität, Disziplin, Geduld und Eigeninitiative gelehrt und ich habe gelernt meine Probleme selbst zu lösen. Ich hoffe, die Gastfreundschaft und Herzlichkeit der Peruanerinnen ausreichend aufgesaugt zu haben, sodass ich das auch hier in Deutschland weitergeben kann.
Ich komme aus Perú zurück mit einem Herzen voller Musik, Freundschaft, Liebe, schönen Erinnerungen, Kinderlachen, unvergesslichen Geigenstunden, Herzlichkeit, Dankbarkeit, Menschlichkeit, Momenten des Glücks, Zufriedenheit, Seligkeit, Leichtigkeit und so viel positiver Lebensenergie. Diesen Reichtum an schönen Erinnerungen werde ich durch mein Leben tragen und immer daran zurückdenken.
Ein Jahr voller Bauchgefühl
Anja Littmann (Freiwillige 2021/22)

Ein Jahr voller Bauchgefühl
Seitdem ich nach dem Abitur einen Freiwilligendienst in Peru gemacht habe, wusste ich: Irgendwann muss ich nochmal zurück. Letztes Jahr war es so weit: Ich habe Verena gefragt „Warum eigentlich nicht jetzt?“ und wir entschieden, das nächste Semester die Uni ein bisschen weiter unten auf die Prioritätenliste zu setzen, um gemeinsam fünf Monate in Peru zu verbringen.
Es ließ sich erstaunlich leicht alles organisieren und wir konnten schon zwei Wochen später im Flugzeug sitzen…
Eigentlich sollten wir in zwei verschiedenen Gastfamilien wohnen, konnten uns aber nicht voneinander trennen und verbrachten schließlich die gesamte Zeit gemeinsam bei unserer Gastmutter, die wir sehr liebgewannen. Wir waren die ersten Freiwilligen nach Corona und das haben wir deutlich gespürt. Am Anfang war recht wenig los im Centenario, bis sich herumsprach, dass es wieder deutsche Freiwillige gab und damit auch mehr musikalische Angebote sowie Freizeitaktivitäten. Es wurde voll in der Musikschule und in unseren Stundenplänen: Wir probten mit dem Kinderorchester Las Olas, mit dem Jugendorchester OSIJCH und ich durfte sogar das Kammerorchester selbst leiten und dirigieren. Wir gaben Einzelunterricht, ich für Geige und Klavier, Verena für Cello und initiierten Musiktheorieunterricht sowie Spielenachmittage und Lagerfeuerabende mit Mitbringbuffet. Wir hatten Lust, etwas neues dazuzulernen und so begann Verena Horn zu lernen und ich versuchte mich am Posaune Spielen. Unsere Mission war: Bevor wir wieder abreisten, wollten wir mit dem Kinderorchester zusammen in der Blechgruppe mitspielen.
Nach den wenigen Wochen der Eingewöhnungszeit begann für mich die Zeit zu fliegen: Von einer Probe in die nächste, von einem Unterricht in den nächsten, Konzerte, Ausflüge, Partys, jeden Tag neue Freunde und plötzlich war es schon März. Sollte es das wirklich schon gewesen sein? Das ging zu schnell! Verena und ich brachten es nicht übers Herz, uns schon zu verabschieden. Wir telefonierten ein wenig herum und folgten noch einmal unserem Bauchgefühl: Wir entschieden, bis September zu bleiben.
Im April stieß Jil als Freiwillige für Trompete dazu. Wir wuchsen schnell als Dreierteam zusammen und es fühlte sich an, als würden wir ungebremst von einem Projekt in das nächste rasen. Es verging kein Tag, an dem wir nicht bis spät abends mit Freunden aus dem Orchester oder aus dem Lehrerkollegium essen, Bier trinken oder tanzen waren. Wir forderten uns selbst heraus, kein Deutsch mehr untereinander zu sprechen, um besser Spanisch zu lernen. Das hat nicht immer geklappt, aber viel geholfen. Den Gedanken „Nur noch drei Monate, bis wir wegmüssen“ ließen wir nicht zu und wer in aussprach wurde sofort unterbrochen – bis aus den drei Monaten drei Wochen geworden sind.
Der Abschied war sehr hart. Wir spürten aber, dass es der richtige Moment war, um zu gehen. Es stand ein neues Freiwilligenteam vor der Tür, was ab September alles übernehmen würde. Es fühlte sich gut an, das Projekt in ihre Hände zu geben. Und jetzt bin ich plötzlich wieder hier, gehe in die Uni und frage mich, ob das alles wirklich passiert ist, oder ob mein Peru-Abenteuer ein unglaublicher Traum war, weil es so schnell vorbei ging. Dann realisiere ich, dass ich aufgetankt bin mit guter Laune und Selbstbewusstsein, mit so viel Liebe und peruanischer Sonne, dass es viele Jahre vorhalten wird, auf jeden Fall bis ich das nächste Mal dort bin.
Ein Alltag voller Musik, einem peruanischen Familienleben und vielfältiger Kinder-& Jugendarbeit
Jil Stegmann (Freiwillige 2022)

Nachdem mir eine Freundin von DaCapo erzählte, war ich direkt sehr begeistert und fand die Vorstellung sehr schön eine Auszeit vom Studium zu nehmen und in einen Alltag voller Musik, einem peruanischen Familienleben und vielfältiger Kinder-& Jugendarbeit einzutauchen.
So bin ich im Mai 2022 in Chimbote angekommen, wurde sehr herzlich von meiner Gastfamilie empfangen und am nächsten Tag direkt im Centenario eingebunden…
Bei den ersten Proben wurden von mir einige Improvisations- und Pantomimekünste gefordert durch lückenhafte Spanischkenntnisse und die besondere Herausforderung, neben meinem Hauptinstrument der Trompete auch für Horn und Posaune verantwortlich zu sein. Aber ich fand es sehr schön, schnell so involviert zu sein und dadurch direkt mit viel Spaß einen Draht zu den Schüler:innen aufzubauen und viel Neues zu lernen.
Zudem hat mir meine Gastfamilie sehr dabei geholfen, einen Alltag aufzubauen und Spanisch zu lernen. Natürlich ist es erst einmal eine Umgewöhnung nach einer eigenständigen Studizeit wieder in ein enges Familienleben einzutauchen. Meine Gastfamilie hat aber zu jedem Zeitpunkt darauf geachtet, dass ich mich wohlfühle, mich sehr herzlich eingebunden und mir gleichzeitig viele Freiheiten gelassen, wodurch wir schnell ein sehr vertrautes Verhältnis aufbauen konnten.
Das Wohnen in dem sehr untouristischen Chimbote vermittelt einem schnell ein Gefühl für die typische peruanische Lebensweise, was sehr spannend und bereichernd ist. Dementsprechend muss man aber auch damit rechnen als Nicht-Peruanerin aufzufallen und häufig in Gespräche über das Leben in Deutschland verwickelt zu werden. Immer wenn kein Konzert vor der Tür stand, blieb auch viel Zeit um Peru als wahnsinnig schönes und vielfältiges Land mit unbegrenzten Möglichkeiten an Outdoorsport und Städtetouren kennenzulernen. Dennoch waren wir am Ende einer schönen Reise immer wieder froh nach Chimbote zurückzukehren, um wieder mehr Zeit im Centenario zu verbringen. Neben den Proben und Konzerten haben wir die Zeit viel genutzt, um Freizeitaktivitäten wie Lagerfeuer/Kinoabende/Wanderungen mit den Orchestermitgliedern zu organisieren und haben dabei sehr viele Freundschaften geschlossen, die auch nach der Zeit in Peru ein wichtiger Teil meines Lebens bleiben werden!
Nach meinem Freiwilligenjahr in Chimbote kehrte ich als Pata Salada wieder zurück nach Deutschland!
Niklas Born (Freiwilliger 2017/18)

Hallo, mein Name ist Niklas und ich war von August 2017 bis September 2018 als Freiwilliger im Centro Cultural Centenario (CCC), dem Standort von DaCapo Perú, tätig. Auf dem Bild bin ich mit meinen Olitas zu sehen, die ich damals gegründet habe und die mir allesamt sehr ans Herz gewachsen sind! Als ich mich Ende 2016 nach Freiwilligenprojekten in Afrika umschaute, allerdings kein Projekt fand, von dem ich komplett überzeugt war, bekam ich über mehrere Ecken mit, dass es wohl ein Musik-Projekt in Peru gäbe. Als ich mich genauer informierte und herausfand, dass die Hauptaufgabe der Freiwilligen vor Ort war, peruanischen Kindern Instrumentalunterricht zu geben, wusste ich genau: „Das will ich machen!“
Und so bewarb ich mich für ursprünglich 6 Monate, ich wollte eigentlich nicht so lange weg, um möglichst bald mit meinem Studium in Deutschland zu beginnen.
Nach den ersten Gesprächen mit der damaligen Koordinatorin wurde ich dazu überredet für 10 Monate zu bleiben, sodass die peruanischen Schüler:innen möglichst wenig Unterbrechung zwischen den einzelnen Freiwilligen hätten, die meist nur alle 12 Monate eintreffen. Ich bekam einen Platz und war superglücklich meinen Freiwilligendienst im August 2017 anzutreten.
Als ich in Chimbote ankam wurde ich unglaublich herzlich von allen begrüßt, mir wurde das Gefühl vermittelt, dass sich alle im Projekt darüber freuten, dass ich nun für einen längeren Zeitraum da sein würde, und das spürte ich, obwohl ich kein Wort Spanisch zu meinem Freiwilligendienstantritt sprach.
Meine Hauptaufgaben im CCC waren der wöchentliche Geigen- und Bratschenunterricht mit meinen Schülern, das Leiten von Orchester- und Stimmproben, als auch das Mitspielen in den unterschiedlichen Ensembles.
Meine Spanischkenntnisse verbesserten sich sehr rasch, sodass ich nach anfänglichen großen Schwierigkeiten im Einzelunterricht bereits nach wenigen Wochen das Gefühl hatte, alles Wichtige meinen Schüler:innen im Unterricht vermitteln zu können. (Ich glaube, in meinen ersten Geigenstunden lernte ich um das Vielfache mehr von meinen Schüler:innen, als diese von mir lernten.)
Die Zeit in Peru verging rasend schnell, aber nach 10 Monaten wollte ich Chimbote noch nicht wieder verlassen: mir waren meine Schüler und meine Gastfamilie so ans Herz gewachsen, außerdem wollte ich noch mehr Städte und Orte besucht haben, bevor ich wieder nach Deutschland zurückkehrte. Und so verlängerte ich meinen Aufenthalt auf unbestimmte Zeit; ich war privat nach Peru gekommen und konnte so selbst entscheiden, wie lange ich noch bleiben wollte.
Nach über 13 Monaten dann und einem emotionalen Recital de despedida (Abschiedsvorspiel) mit meinen Schülern später, verließ ich Chimbote Richtung Deutschland. Mir war das Projekt und die Stadt so wichtig geworden, dass ich mich im September 2018 wie ein Pata Salada (salzige Pfote) fühlte, wie die Chimbotanos dort aufgrund der Meeresnähe genannt werden. Ich hatte das Gefühl, meine zweite Heimat zu verlassen.
Inzwischen kann ich mit Sicherheit behaupten, dass mein Jahr in Peru mit Abstand mein bestes Lebensjahr bisher war. Ich habe in Chimbote so viel über mich gelernt, eine neue Kultur kennengelernt und viele Freundschaften geschlossen, die bis heute halten. Außerdem hat mich das Jahr optimal auf mein Schulmusik- und Spanisch-Studium in Deutschland vorbereitet, was ohne DaCapo Perú sicherlich nicht möglich gewesen wäre. Ich freue mich schon sehr darauf in hoffentlich naher Zukunft wieder ans Centenario zurückzukehren und meine zweite Heimat Chimbote zu besuchen.
Keine Angst vor Spanisch-Unsicherheiten
Bonifaz Baumann (Freiwilliger 2020)

Ein DaCapo- Einsatz ist wirklich eine super Erfahrung. Man ist bestens bei den Gastfamilien versorgt und ich habe dort eine zweite Familie gefunden, mit der ich jetzt auch noch regelmäßig Kontakt habe. Das Team vor Ort ist supernett und total bemüht, einen Neuankömmling gleich einzubinden, ich habe im Prinzip sofort Stimmproben halten dürfen und nicht nur das Kinderorchester „Olas“ sondern auch das Kammerorchester dirigieren und proben dürfen – eine tolle Erfahrung! Und zu guter Letzt: Keine Angst vor Spanisch-Unsicherheiten, man kann sich immer irgendwie verständigen und gerade in der peruanischen Gastfamilie boostet man seine Sprachkenntnisse immens.
Aber auch für Entspannung ist gesorgt: Meistens ist mindestens ein:e weitere:r Deutsche:r vor Ort, mit dem man dort potentielle Probleme lösen kann und auf gemeinsamen Ausflügen Peru entdecken und die Freizeit genießen kann 😉
¡Lleva a Chimbote en tu corazón!
Annika Schlegel (Freiwillige 2014/15, 2019/20)

Lima im September 2014. Völlig euphorisch lasse ich mich in den unglaublich gemütlich aussehenden Sitz eines Busses plumpsen: Ein doppelstöckiger Bus, zweite Etage, zweite Reihe, ein eigener Fernseher – nach dem langen Flug kommt es mir fast schon paradiesisch vor. Ich mache es mir gemütlich, stelle den Sitz leicht nach hinten, bereite mich gedanklich auf die ca. acht Stunden Busfahrt nach Chimbote vor und fahre plötzlich erschrocken hoch: In beeindruckender Lautstärke tönt super schnulzig klingende Salsamusik über die Lautsprecher des Busses. Etwas gezwungen lege mich sofort wieder in den Sitz zurück – der junge Mann vor mir stellt seinen Sitz völlig unvermittelt auf die tiefste mögliche Position, sodass ich mich kaum noch bewegen kann.
Naja, aufstehen wollte ich ja eh nicht… Oder doch? Woran erkenne ich überhaupt, dass wir angekommen sind? Meine Spanischkenntnisse werden mir dabei wohl eher nicht helfen, die sind nämlich leider nicht vorhanden und Englisch spricht in diesem Bus natürlich niemand….
Der junge Mann vor mir kann mir zwar auch nicht helfen, bietet mir aber freundlicherweise den Sitzplatz neben sich an (Beinfreiheit!!) und ich sage euch: die Aussicht ist gigantisch! Wüste wohin das Auge reicht, dazu steile Klippen und tiefblaues Meer. Bezüglich des Ausstiegs kann euch aber beruhigen: Chimbote ist die erste große Haltestelle, die der Bus erreichen wird und rein geruchstechnisch wird man den Ausstieg nicht verpassen. Der leichte Fischgeruch am Busbahnhof verfliegt schnell und ist in der Stadt kaum noch wahrnehmbar. Halb Peru definiert Chimbote darüber und rümpft die Nase. Damals roch es für mich nach Abenteuer, heute riecht es nach Heimat!
November 2020: Wir stehen kurz vor der Gründung eines deutschen Fördervereins. Seit meinen ersten paar Stunden in Peru ist viel passiert! Zwölf Monate Freiwilligendienst – was soll ich sagen, es war der Hammer! Im März 2017 war ich wieder zurück und konnte das Projekt nochmal von einer anderen Seite mit neuen Freiwilligen, neuen Schüler:innen aber auch alten Freund:innen und einem völlig unverändert wohligen Gefühl sehen. So stand für mich fest: Chimbote, und ganz vorne mit dabei das Centro Cultural, wird für immer als zweite Heimat in meinem Herzen sein!
Nachdem ich 2019/20 nochmal für sechs Monate bei DaCapo arbeiten durfte bin ich endgültig verliebt: verliebt in eine Kultur, die mich immer wieder aufs Neue überrascht. Menschen, die mein Leben schon auf so vielen verschiedenen Ebenen bereichert und verändert haben. Erfahrungen, die mich als Person mehr geprägt haben als ich es jemals gedacht hätte. Musik, die Kulturen beinahe grenzenlos miteinander verbindet. Salsa, Marinera, Cumbia – diese Musik ist für mich nicht nur Musik, sondern auch die Möglichkeit für kurze Zeit gedanklich wieder auf der chaotischen Hauptstraße Chimbotes unterwegs zu sein!
Selten bin ich mit meinen Gefühlen so Achterberbahn gefahren, wie in meiner Zeit in Peru: Die höchsten Hochs gefolgt von den tiefsten Tiefs. Es klingt kitschig, aber ohne DaCapo wäre ich heute wirklich ein anderer Mensch, nicht zuletzt wegen der hohen Hochs und der tiefen Tiefs! Mit den Erfahrungen ist man aber zum Glück nicht alleine: Wenn ich von meinen peruanischen Freunden spreche, meine ich häufig meine deutsche Freunde, die ich in Peru kennengelernt habe – andere Voluntari@s, die viele witzige, komische, traurige, schöne und vor allem prägende (musikalische) Momente mit mir geteilt und gelebt haben und es auch in Deutschland weiter tun. Freundschaften fürs Leben aus Peru! Dazu eine zweite Familie, oder eigentlich sogar zwei neue Familien: Meine peruanische (Gast-)Familie und meine DaCapo/Centenario Familie, die für mich beide nicht mehr wegzudenken sind!
¡Que viva Chimbote! ¡Que viva DaCapo!
„Music begins where the possibilities of language end“ (Jean Sibelius)
Johanna Maul (Freiwillige 2016/17)

2016 habe ich mein Abitur gemacht und ich wollte vor dem Studium unbedingt noch einmal weg ins Ausland und in einem sozialen Projekt arbeiten! Von einer ehemaligen Freiwilligen, Paula Jehnichen, habe ich von dem Projekt gehört und mich daraufhin als Geigenlehrerin dort beworben. Ich hatte wahnsinnig Lust mich noch einmal intensiv mit Musik und ihrer Vermittlung zu beschäftigen, bevor es für mich anschließend in eine ganz andere Richtung ging.
„Music begins where the possibilities of language end“ (Jean Sibelius) – Dieser Satz hat für mich so viel Wahres an sich! Er beschreibt bereits wunderbar meine sprachliche Situation zu Beginn in Peru… Denn Spanisch hatte ich zwar schon ein paar Jahre in der Schule, trotzdem war es leider eher schlecht als recht. Aber wenn man sich einfach so ins kalte Wasser wirft, klappt das doch schneller als erwartet mit dem Sprechen und Verstandenwerden.
Zusammen mit Martin Lau (Geige) und Louise Fuchs (Cello) haben wir 2016/2017 das Musikprojekt organisiert und geleitet.
Das hat echt wahnsinnig viel Spaß gemacht! Besonders die Mentalität der Kinder und Jugendlichen ohne Angst an die Musik heranzugehen hat mich beeindruckt. Die haben ihr Instrument viel leichtfertiger, als ich das aus Deutschland gewohnt war, in die Hand genommen und losgelegt! Außerdem hat mir die Arbeit dort wieder bestätigt, wie gut zusammen Musikmachen und die gemeinsamen Orchesterevents Zusammenhalt in einer Gruppe fördern können! Und das unabhängig vom sozialen und kulturellen Hintergrund!
Zu unserem Zeitpunkt gab es noch kein festes Lehrerteam im Projekt und somit haben die jeweiligen Freiwilligengenerationen sich ihre Projektarbeit Jahr für Jahr übergeben. Das war natürlich immer heikel, weil es manchmal auch Lehrläufe an Lehrern gab und es im Prinzip nie viel Überschneidung gab, um das neue Freiwilligenteam einzuarbeiten. Deshalb ist es jetzt umso toller, dass wir nun ein festes Lehrerteam vor Ort haben! Ich war dieses Jahr (2020) endlich wieder einmal zu Besuch in Chimbote und ich war beeindruckt, wie gut sich dieses Projekt im Laufe der Zeit entwickelt hat! Das hat mich sehr gefreut zu sehen!
Ich kann zusammenfassend nur sagen, dass die 8 Monate, die ich in Chimbote verbracht habe, wirklich unvergesslich waren! Ich habe dort nicht nur eine zweite Familie gefunden, sondern auch Freunde fürs Leben!
Ich konnte meine Leidenschaft für Musik mit Kindern und Jugendlichen teilen
Leonie Hanninger (Freiwillige 2014/15)

Ich bin Leonie, komme aus Norddeutschland und war 2014/2015 Freiwillige. Ich werde meinen Aufenthalt in Chimbote und meine Zeit im Projekt nie vergessen. Es war eine unglaublich wundervolle Erfahrung, meine Leidenschaft für Musik mit Kindern und Jugendlichen teilen zu können und einen interkulturellen Austausch zu erleben. Meine Erfahrung hat mich in meiner beruflichen Laufbahn sehr unterstützt. Als ich nach Peru kam, hatte ich noch viele Zweifel über meinen zukünftigen Beruf. Meine Erfahrungen als Freiwillige haben mich sehr in meiner Entscheidung beeinflusst. Dank meines Aufenthalts im Projekt entschied ich mich schließlich, Musik und Spanisch auf Lehramt zu studieren.
Mein Traum ist es, dass das chimbotanische Projekt DaCapo weiter wächst und es gelingt, viele Teilnehmende sowohl in ihrer musikalisch-künstlerischen Entwicklung, als auch bei der freien Entfaltung ihrer Persönlichkeit zu unterstützen und ihnen beizubringen, in einer integrativen sozialen Gemeinschaft zu leben.